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Fast gratis, aber nicht geschenkt

Stipendien & Finanzierung. Unterstützung fürs Studium gesucht? Ein Leitfaden.

 

Es gibt Menschen, die nach ihrem Studienabschluss keine Uni mehr von innen sehen wollen. Eine gar nicht so geringe Anzahl von Jungakademikern hat jedoch, nach einer mehr oder weniger langen Uni-Abstinenz, wieder Lust auf Hörsaal, Bibliothek und Gruppenarbeit. Sie möchten mittels Postgraduate-Studium ihr theoretisch und bereits praktisch erworbenes Wissen weiter ausbauen. Der Haken: Ob MBA, MSc oder LLM – sie kosten nicht nur viel Zeit, sondern auch ordentlich viel Geld. Bis zu 30.000 Euro müssen dafür berappt werden. Wer kein dickes Sparschwein oder rentables Aktienpaket dafür opfern kann, sieht sich nach einem Stipendium um. „In Wahrheit gibt es nicht viele Anlaufstellen in Sachen Postgraduate-Stipendium, meist vergeben die Universitäten selbst die Stipendien“, weiß Gabriele Schuster-Klackl vom Karriereservice „uniport“ der Universität Wien. Studiosi, die ihren MBA unbedingt in den USA machen möchten, empfiehlt Schuster-Klackl die amerikanische Fulbright-Kommission, die Stipendien für einen Studien-, Forschungs- oder Lehraufenthalt in den USA vergeben. Institutionen wie der Rotary Club, gelten ebenso als heißer Tipp für Stipendiaten, die im Ausland studieren möchten.

Weg für wenig Geld

Jede Uni oder Fachhochschule unterhält auch ein sogenanntes Auslandsbüro, dort erfährt man, welche Stipendien fürs Ausland ausgeschrieben sind. Beispielsweise die Postgraduate-Stipendien des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung (BMWF). Seit dem Jahr 2005 werden diese über den Österreichischen Austauschdienst (ÖAD) in enger Zusammenarbeit mit den Auslandsbüros der betreffenden Universitäten und Fachhochschulen abgewickelt. „Jährlich bekommen im Rahmen dieser fünf Stipendien-Programme bis zu 36 Menschen die Möglichkeit, ein- bis zweijährige Postgraduate-Studien im fremdsprachigen Ausland zu absolvieren“, berichtet Tibor Szabo, Programmleiter des Büros für Akademische Kooperation und Mobilität des ÖAD. An die 80 Bewerber wetteifern um Stipendien im Wert von bis zu 21.400 Euro. Die Zielgruppe dieser Stipendienprogramme steht fest: „Damen und Herren bis Mitte 30, die bereits handfeste akademische Leistungen aufweisen können und sich in ihren Fachgebieten optimale Voraussetzungen für einen guten Berufseinstieg verschaffen möchten“, erzählt Szabor. Wessen Antrag den formalen und inhaltlichen Kriterien entspricht, der wird zum Interview eingeladen. „Die Interviewkommission besteht aus Vertretern der Zielinstitutionen, der österreichischen Universität, des Bundesministeriums, Sachverständigen und dem Programmleiter des ÖAD“, informiert Szabo. „Beim Interview wollen wir herausfinden, welche Motivation hinter der Bewerbung steckt und wie weit sich der Kandidat bereits mit den Anforderungen des Studienprogramms auseinandergesetzt hat“, verrät Szabo.

Entwicklungsperspektiven

Die Beweggründe der Stipendiaten will auch Markus Köck, Studiengangsleiter des Executive MBA am Management Center Innsbruck (MCI) erfahren. In Kürze wird Köck zum dritten Mal jene Bewerber auf Herz und Nieren prüfen, die sich um ein „Die Presse-Stipendium“ (siehe Infokasten) beworben haben. „Mindestanforderung ist ein abgeschlossenes Studium sowie mindestens fünf Jahre Berufserfahrung. Die Qualität der Berufserfahrung zählt dabei am stärksten, denn wir möchten, dass der Kandidat in der Lage ist, damit den nächsten Karriereschritt zu machen.“ Beim Hearing gilt es, der Jury aufzuzeigen, welche Entwicklungsperspektiven man mit einem MBA vor Augen hat. „Die Qualität der Bewerbungen war bisher sehr hoch. Letztlich entscheidet die Frage, wer den größten Nutzen aus diesem Postgraduate-Studium ziehen kann, die schwierige Auswahl“, erzählt Köck. Doch nicht nur über Tageszeitungen wie „Die Presse“ kann man ein Postgraduate-Stipendium ergattern. Einen guten Überblick über Stipendien, die derzeit ausgeschrieben sind, liefert die österreichische Datenbank für Stipendien und Forschungsförderung www.grants.at. Hier finden sich Stipendien für alle Studienrichtung im In- und Ausland. Fällt die Suche nach einem Stipendium glücklos aus, gilt es, andere Finanzierungsmöglichkeiten auszumachen.

Sterntaler gesucht

Den Firmen- oder Personalchef von der Effizienz und dem Nutzen des angestrebten Postgraduate-Studiums zwecks finanzieller Beteiligung zu überzeugen, ist eine beliebte Variante. Denn manche Arbeitgeber übernehmen einen Teil der Kosten, die sie im Übrigen steuerlich absetzen können. „Wenn wir in der angestrebten Fortbildung des Mitarbeiters einen Entwicklungsschritt erkennen können, von dem auch das Unternehmen profitiert, dann stellen wir eine Kosten- oder Zeitbeteiligung zur Verfügung“, informiert Ursula Kuntner-Schweickhard, Abteilungsleiterin Strategic Group HR Development bei der Erste Bank. „Der Mitarbeiter erhält ein gewisses Kontingent an Lernstunden, für die er weiterhin gleich entlohnt wird und keine Urlaubstage verwenden muss. Bei einer Kostenbeteiligung unterschreibt der Mitarbeiter eine Rückzahlungserklärung für den Fall, dass er innerhalb eines bestimmten Zeitraumes die Firma verlässt.“ Fällt das Gesuch beim Chef negativ aus, dann kann man auch die Möglichkeit eines Darlehens in Betracht ziehen. Die Bausparkassen vergeben Bildungsdarlehen bis zu 22.000 Euro. Und auch die Unis oder Weiterbildungsinstitutionen haben für ihre Studenten oft günstige Darlehensaktionen mit einzelnen Banken ausgehandelt. Förderungsmöglichkeiten kann man auch beim AMS erfragen – am besten, man klappert alle in Frage kommenden Stellen persönlich ab.