Geldwäsche-Vorwurf gegen die Hypo Alpe- Adria: Jetzt muss die Bayerische Landesbank aufräumen.
An der Kärntner Hypo Alpe-Adria scheiden sich seit jeher die Geister. Ist die Landesbank ein Erfolgsmodell, wie Landeshauptmann Jörg Haider nicht müde wird zu betonen? Das massive Wachstum in den vergangenen Jahren sowie der hohe Verkaufserlös, der bei der Abgabe der Mehrheit an die Bayerische Landesbank vor wenigen Wochen erzielt werden konnte, sprechen dafür.
Oder ist gerade das starke Wachstum verdächtig, wie viele Kritiker meinen? Die im Vorjahr bekannt gewordenen Millionenverluste bei Swap-Geschäften sowie der jetzt aufgetauchte Nationalbank-Prüfbericht stützen diese These. Starkes Wachstum kann auch mit Geschäften zusammen hängen, von denen andere lieber die Finger lassen.
Die Prüfer werfen der Bank vor, in vielen Fällen nicht gewusst zu haben, mit wem sie eigentlich Geschäfte gemacht haben. Ob tatsächlich Geldwäsche stattgefunden hat, wird wohl die Justiz prüfen müssen. Aber offensichtlich waren die Vorbeugungsmaßnahmen der Bank unzureichend.
In einem etwas anderen Licht erscheint jetzt der eilige Verkauf der Hypo an die Bayern. Da wollte man wohl die Bank noch schnell los werden, ehe die kritischen Prüfberichte der Nationalbank fertig gestellt sind.
Der Bayerischen Landesbank steht jetzt einiges an Aufräumarbeiten bevor. Aber die ist Probleme mit österreichischen Kreditinstituten ohnehin schon gewohnt. Schließlich war sie ja auch an der Bawag beteiligt. (Bericht: S. 17)
martin.fritzl@diepresse.com("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.06.2007)