Angeblich auch Hypo-Zahlungsströme über Karibik

Der parlamentarische Banken-Untersuchungsausschuss hat am Montag mögliche Geldwäsche-Vorwürfe bei der Kärntner Hypo Alpe Adria Bank geprüft. Ein Bericht der Nationalbank (OeNB) soll diesen Umstand nahe legen, zudem sollen Zahlungsströme nach Liechtenstein und in die Karibik dokumentiert seien. Kärntens Landeshauptmann Haider reagierte unterdessen heftig auf die Vorwürfe.

Der Hypo-Prüfleiter der OeNB, Roland Pipelka, berichtete im Ausschuss über eine Ausweitung des Prüfauftrages auf die Prüfung der Bank-Systeme zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung. Grund dafür sei ein Kunde der Bank gewesen, der "im März Schlagzeilen machte", so Pipelka - offenbar unter Hinweis auf den kroatischen Ex-General Zagorec. Ihm wird Veruntreuung von kroatischen Staatsgeldern in einer Höhe von Dutzenden Millionen Euro zur Last gelegt.

Im OeNB-Bericht sollen sich auch Zahlungsströme nach Liechtenstein und in die Karibik finden. Welche Rolle die British Virgin Islands für die Hypo Group Alpe Adria spielten, wollten die Grünen Abgeordneten Kogler und Rossmann wissen. Da er von der Hypo nicht vom Bankgeheimnis entbunden wurde, konnte Pipelka dazu nicht Auskunft geben.

Äußerst kurz war der Auftritt von Michael Vertnegg von der Deloitte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vor dem Ausschuss. Die Hypo Alpe Adria Bank hatte den Prüfer nicht von der Verschwiegenheitsverpflichtung entbunden. Deloitte und die Wirtschaftsprüferkanzlei Confida hatten gemeinsam die Bilanz der Hypo für das Jahr 2004 testiert.

Der Kärntner Landeshauptmann Haider reagierte unterdessen auf die in Medien erhobenen Vorwürfe gegenüber der Hypo Group Alpe Adria, etwa des Verdachts der Geldwäsche, heftig. Er ortet darin eine "Hetzjagd der Wiener Szene", die mit missionarischem Eifer die Kärntner Hypo bekämpfen würde.

(APA)

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