Mondschein-Disco.
Es ist auch schon wieder zwei Saisonen her, dass die Norweger Lindstrom & Prins Thomas als heißeste Eisen unter der Discokugel gehandelt wurden. Ihr gleichnamiges Debüt brachte eine Spielart mit zurück auf die Club-Lankarte, die viele Jahre weitgehend vergessen war: Cosmic Disco, benannt nach der gleichnamigen Diskothek am Gardasee. Von dort ausgehend spielten DJs in den späten Siebzigern und frühen Achtzigern einen eklektischen Mix aus Krautrock, Afrobeat, Jazz und New York-Disco, oft mit 33 statt 45 Umdrehungen pro Minute. Auf „Reinterpretations“ schubsen die Norweger die kosmisch infizierten Tracks ihres Debüts mit mehr Nachdruck Richtung Dancefloor, ohne die Temposchraube wesentlich anzuziehen: ein idealer Soundtrack für heiße Sommernächte. Flirrende Synthies, luxuriöse Grooves, organische Bässe. Stellenweise nahe am Kitsch, aber immer mit kleinen, feinen Widerhaken. So soll Disco im Mondschein klingen.