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Print: VÖZ lehnt "Österreich" ab

Uschi und Wolfgang Fellner bei der Präsentation ihres aktuellen Projekts.
(c) AP (Ronald Zak)
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Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) lehnt eine Mitgliedschaft des Fellner-Blattes ab.

Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) nimmt die Tageszeitung „Österreich“ des Verlegers Wolfgang Fellner nicht in seine Reihen auf. Der Vorstand lehnte dies ab, VÖZ-Präsident Horst Pirker begründet: „Wir sind der Meinung, eine Teilnahme von ,Österreich‘ würde die Stärke des VÖZ negativ beeinflussen.“ Diese Annahme hänge mit „historischen Erfahrungen“ zusammen, die man mit Fellner gemacht habe.

Dabei hätten die Brüder Wolfgang und Helmuth Fellner (sie gründeten den News-Verlag) stets „ihre eigenen vor die gemeinsamen Interessen gestellt“, was in Pirkers Augen zwar legitim sei, den VÖZ allerdings vor drei Jahren fast gespaltet habe. Im Augenblick sei der Verband hingegen „sehr homogen und effizient“.

Wolfgang Zekert, Manager im „Österreich“-Führungsteam erwidert im Gespräch mit der „Presse“: „Aus unserer Sicht ist der VÖZ eine Standes- und Interessensvertretung der Branche. Damit ist sie kontrahierungspflichtig, das heißt, sie muss uns eigentlich aufnehmen. Die Wirtschaftskammer kann sich auch nicht aussuchen, was für Mitglieder sie hat.“

Zekert kündigt rechtliche Schritte an: „Aus unserer Sicht ist das noch lange nicht gegessen. Wir werden von einem Gericht feststellen lassen, ob der VÖZ eine Interessensvertretung oder ein privater Verein ist. Wenn Ersteres zutrifft, dann wollen wir dabei sein.“


Break-even in 3 bis 5 Jahren

Pirker klärt: „Der VÖZ ist ganz eindeutig eine Interessensvertretung, aber als Verein strukturiert.“ Ähnlich wie bei der Industriellenvereinigung gebe es keine Pflichtmitgliedschaft. Über die Aufnahme neuer Mitglieder kann der VÖZ autonom bestimmen.

Zur wirtschaftlichen Situation des Blattes sagt Zekert: „Den Break-even wünscht sich jede Tageszeitung nach drei bis fünf Jahren – und irgendwo da wird er sein.“ trick

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.06.2007)