Der Audi TT ist ein löblicher Beitrag zur Verschönerung des Straßenbildes. Für uns persönlich müsste es aber gar nicht die De-luxe-Variante mit Sechszylinder sein.
Straßenpräsenz ist eines dieser schönen Worte, das man am besten anschaulich darstellt, eben mit dem richtigen Auto. Mehr als um den Krawallauftritt nach Lamborghini-Manier geht es um die subtilere Art, Blicke auf sich zu ziehen und dem Auge etwas Spannendes zu bieten, wie das eine Skulptur tut – man soll ja nicht bloß denken: „Protzheini!“, sondern im Idealfall eine gewisse Erhabenheit inmitten der lärmenden Straßenbanalität ausmachen (und den Fahrer dabei freilich geflissentlich ignorieren).
Audi hat auf dem Gebiet eine regelrechte Meisterschaft entwickelt, und dahinter ist neben der allgemeinen Geneigtheit zum Design die Figur des Italieners Walter da Silva zu sehen; dem mittlerweile Designchef des VW-Konzerns und seinem Team ist das Kunststück der TT-Nachfolge geglückt. Der TT besticht durch seine Kompaktheit inmitten der SUV-Maßlosigkeit (auch aus eigenem Haus, siehe Q7) und durch das Spiel mit Licht und Reflexionen; TT-Besitzer werden ihr Auto hoffentlich immer sauber und adrett vorführen.
Bitte waschen!
Was der TT erneut nicht geworden ist: ein richtiger Sportwagen. Auch mit 250 PS spielt der TT nicht in der Liga des Porsche Cayman, das geht sich schon konstruktionsbedingt nicht aus.
Obwohl man ein schön kleines, unten abgeflachtes Lenkrad in der Hand hält, giert das Auto nicht nach Kurven, und zwei Dinge wirken zudem wenig förderlich: Der doch schwere Sechszylinder lastet ganz zünftig auf der Vorderachse (der TT mit Vier-Zylinder-Turbo ist um 150 Kilogramm leichter), und der Allradantrieb mit frontlastiger Auslegung tut mehr für die Sicherheit als für echte Fahrfreuden.
Der interessant zwischen Bassgrummeln und Blechblasinstrument klingende V6-Direkteinspritzer – zwingend an Allrad gekoppelt – ist damit die Wahl des Feinspitzes ohne Geldsorgen; wer mehr „basic“ denkt und primär auf Kurventhrill aus ist, findet im TT 2,0 TSI (200 PS) eine dankbare Geldsparmöglichkeit.
Zudem könnten wir im TT sehr gut mit klassischem Handschalter leben, die S-Tronic (im Übrigen Konzern DSG, das berühmte Doppelkupplungsgetriebe) entfernt uns zu sehr vom Fahrgeschehen. Diesen prächtigen Motor möchte man gern entschlossen selbst mit der Hand verwalten und sich dann und wann ein kindisches Zwischengas erlauben, außerdem wäre mit Handschalter wieder was gespart. Mit S-Tronic und allerlei Extras (darunter Navi, Ledersitze und adäquat fesche 18-Zöller) hat unser TT auf den Grundpreis fast 10.000 Euro zugelegt.
An praktischen Qualitäten bleibt noch der Kofferraum zu betonen, der eine beeindruckende Höhle ist, die sich unter der großen Heckklappe ausbreitet, man vergrößert sie mit umgeklappten Rücksitzen. Und ja, zwei Golfbags gehen sich aus.