Golf. Ernie Els konnte seine Sieglosigkeit auch bei den BMW Open in München-Eichenried nicht beenden.
München (red). Er lächelt bei jeder Gelegenheit und gibt sich abseits des Golfkurses als locker und easy going. Steht er aber am Abschlag scheint „The Big Easy“, wie er ob seines einzigartigen Golfschwungs genannt wird, die Welt um sich herum zu vergessen. Ernie Els zeigt kaum eine Gefühlsregung und das, was seine Flightpartner machen, scheint ihn noch weniger zu interessieren. Das war bei den US Open in Oakmont kein bisschen anders, die er mit dem beschämenden Score von 21 Schlägen über Par auf dem geteilten 51. Platz beendete. Dabei hatte er gehofft, seine seit 2005 andauernde Durststrecke – damals hatte er sich beim Segeln eine Knieverletzung zugezogen – endlich zu beenden.
Ausgerechnet in Oakmont, wo er vor 13 Jahren sein erstes Masters hatte gewinnen können: „Ich dachte, zurückzukommen würde mir irgendwie den Kick geben, den ich im Moment brauche. Dieses kleine Etwas, um mit meinem Spiel wieder in den höchsten Gang zu kommen. Aber es ist nicht passiert.“ Dabei hatte er über sein Spiel gemeint, es sei wie 1994. „Vom Tee waren die Schläge wie damals. Nur das Putten habe ich nicht so hingebracht.“
Triumph für den Schweden Fasth
Für den 37-jährigen Südafrikaner hätten deswegen die BMW International Open in München-Eichenried an diesem Wochenende den Charakter bayrischer Therapiestunden haben sollen. Kam der vergleichsweise einfache Kurs für geschundene Golferseelen gerufen wie eine Frühsommerfrische? Nicht ganz. Für den Sieg reichte es wieder nicht ganz (-9), sondern letztlich „nur“ für Rang 7. Er stand im Schatten von Sieger Niclas Fasth (Sd, -13) und Bernhard Langer (-11), in München-Eichenried zum 18. Mal am Start.
Drei Majors hat Els (US Open 1994, 1997, The Open Championship 2002) bisher gewonnen, und doch, so scheint es, ist er gebrochen. Beim Masters vor zwei Monaten verpasste er erstmals seit dem Jahr 2000 den Cut. Ganz generell hat sein Schicksal einen Namen und heißt Tiger Woods, oder „Tigeritis“, wie sein Mentalbetreuer Jos Vanstiphout einst diagnostizierte. Jener Ende der 1990er-Jahre hatte mit den ersten großen Erfolgen des Amerikaners zu tun. Els das große Talent, das auch im Tennis gute Figur gemacht hat, schien in seiner Außergewöhnlichkeit ernsthaft bedroht.
Els hatte erst mit acht Jahren Golf zu spielen begonnen und hatte mit 14 Jahren Handicap 0 erreicht, er siegte 1984 bei der Junior World Golf Championship in der Kategorie der 13 bis 14-Jährigen. Mit Woods aber kam seine Krise. Doch Els kämpfte sich zurück und spielte 2004 sein bestes Golf und bei allen Majors um den Sieg mit. Gewinnen konnte er allerdings kein einziges davon. An Woods kommt er einfach nicht vorbei.
Markus Brier hatte zwar den Cut souverän geschafft, an den Finaltagen (74, 75) aber fiel er auf Rang 48 (+1) zurück.
Challenge Tour Credit Suisse: 36. Wiegele (-7), 55. Prägant (-4), 73. Zitny (+1).
Ladies Tour Open de France: 54. Gergely (+9).
DIE NÄCHSTE STATION
Die European Tour zieht weiter nach Frankreich, ab Donnerstag (28. Juni) stehen die Open de France auf dem Programm.
Das Turnier auf dem Pariser „Le Golf National“-Kurs (Par 71) ist mit 4 Millionen Euro dotiert, am Start ist auch der Österreicher Markus Brier.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.06.2007)