Mister 1,4 Prozent

Vermögens-Pfusch mit Abfertigungsgeldern: Die Mitarbeitervorsorgekassen haben zuletzt ganze 1,4 Prozent Rendite geschafft.

Die sogenannten Mitarbeitervorsorgekassen, die für die Arbeitnehmer die „Abfertigung neu“ verwalten, haben laut Nationalbank im Vorjahr satte 2,5 Prozent Rendite „erwirtschaftet“. Nach Abzug der „Kosten der Vermögensverwaltung“ sind davon real noch ganze 1,4 Prozent übrig geblieben.

Kosten der was? Vermögensverwaltung? Die vermögenstechnischen Versager von den Vorsorgekassen werden doch nicht dafür, dass sie für die Veranlagung von insgesamt mehr als einer Milliarde Euro nicht mehr herausholen können, als jedes Mutterl bei jeder x-beliebigen Bank ohne großes Verhandeln fürs 1000-Euro-Sparbüchel bekommt, auch noch ein Gehalt bezogen haben?

Ganz im Ernst: Die Abfertigung neu ist eine gute Idee. Aber sie wird durch diese Form vermögensverwalterischer Inkompetenz (um es einmal sehr freundlich zu formulieren) gerade ordentlich konterkariert. Die „Erfinder“ sind von einer durchschnittlichen nominellen Nettoverzinsung (nach Abzug der Verwaltungsspesen) von sechs Prozent ausgegangen. Das ist bisher nie auch nur annähernd erreicht worden, vom vorjährigen Tiefpunkt ganz zu schweigen.

Übrigens: Die Hälfte der „Anwartschaftsberechtigten“ lässt sich die Abfertigung bei der erstbesten Gelegenheit zwecks Selbstveranlagung auszahlen, statt sie den „Eckzinsfüßlern“ von den Vorsorgekassen zu überlassen. Tröstlich, dass wenigstens 50 Prozent der Arbeitnehmer was von Geldanlage verstehen.

(Bericht: Seite 21)


josef.urschitz@diepresse.com("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.06.2007)

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