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Brutales Foul: Freispruch für Tormann Didulica

(c) AP (Hans Punz)

Die Verurteilung des Tormanns Joey Didulica wurde aufgehoben.

WIEN (m.s./APA). „Ich bin Sportler, ich bin fair, das ist mir in der Bewegung passiert, das war keine Absicht.“ Das sagte Joey Didulica (29) am Mittwoch im Oberlandesgericht (OLG) Wien. Dem früheren Austria Wien-Tormann war die Erleichterung anzumerken, nachdem ihn ein Berufungssenat (Vorsitz: Ernest Maurer) freigesprochen hatte.

In erster Instanz hatte der Fußballer (mittlerweile beim niederländischen Erstliga-Klub AZ Alkmaar) 60.000 Euro Geldstrafe (die Hälfte davon auf Bewährung) wegen eines brutalen Fouls hinnehmen müssen. Das aufgehobene Ersturteil wegen fahrlässiger Körperverletzung hatte für Wirbel gesorgt. Soll ein Fußballspieler wegen eines Fouls strafrechtlich verfolgt werden? Theoretisch ist das möglich, aber im vorliegenden Fall habe es sich laut OLG um eine „spezifische Begleiterscheinung des ,Kampfsports‘ Fußball“ gehandelt. Wer sich auf diesen Sport einlässt, trage hohes Risiko. Sportlich hatte das Foul am seinerzeitigen Rapid-Stürmer Axel Lawaree (dieser erlitt unter anderem einen Nasenbeinbruch) Konsequenzen: Didulica bekam die rote Karte und wurde für acht Spiele gesperrt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.06.2007)