Von Hawaii nach Klagenfurt

EPA (Uwe-Anspach)
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Ironman Austria. Der Triathlon-Mythos kennt keine Grenzen, weiß Veranstalter Stefan Petschnig. Kärnten ist für die 10. Auflage des Extrem-Bewerbes am Sonntag gerüstet.

WIEN/KLAGENFURT. Wer an Triathlon- und Ironman-Bewerbe denkt, dem fällt sofort Hawaii ein. Und schnell wächst aus der anfänglichen Verunsicherung, wie denn 3,8 Kilometer zu Wasser, 180 km auf dem Rad und 42 Kilometer per pedes zu meistern sind, der gewisse Reiz. Das Verlangen, es einmal selbst zu probieren, sagt Ironman Austria-Veranstalter Stefan Petschnig, wächst nicht nur bei Athleten, sondern auch bei Beobachtern, Zuschauern oder ganz normalen Touristen. Auch vor der 10. Auflage des Ironman Austria in Klagenfurt herrscht weiterhin „ungebremster Ansturm auf unsere Veranstaltung. Hätte der Weltverband nicht eine Deckelung bei 2200 Athleten eingesetzt, wir hätten 3000 Starter am Sonntag auf der Strecke!“

Von 124 zu 2200 Startern

Seit 1978 erobert der Triathlon-Mythos sukzessive die Welt. Ausgangspunkt der Königsdisziplin aller Extremsportler war Hawaii, sagt Petschnig, und ein Ende ist einfach nicht in Sicht. Denn jedes Rennen ist sowohl für die Veranstalter als auch die Teilnehmer eine neue Herausforderung. „Wir begannen mit 124 Startern, jetzt haben wir 2200“, beginnt er Fakten aufzuzählen. „An der Strecke stehen über 100.000 Menschen, wir schicken allein 2500 Helfer in 70 Teams mit ins Rennen. Wir versorgen alle mit zwei Tonnen Bananen, 6000-l Cola, 8000-l Elektrolytgetränken und 4000-l Wasser.“ Es wird alles getan, sodass Favoriten wie Vorjahressieger Marino Vanhoenacker aus Belgien oder die Lokalmatadoren Werner Leitner und Gernot Seidl „problemlos“ ihr Rennen absolvieren können. Es warte einfach nur noch der Kraftakt, so Petschnig, sich und die Strecke zu meistern. Vielleicht ist es genau das, was den Ironman so auszeichne – für einige ist er tatsächlich grenzenlos. „Und in welcher anderen Sportart hat man als einfacher Athlet denn die Chance, mal neben Weltmeistern und Olympiasiegern an der Startlinie zu stehen?“

Freilich ist jeder, der Sport betreibt, schon an sich ein Gewinner. Von diesem Ereignis aber profitieren auch Stadt, Land und Organisatoren. Die Universität Klagenfurt errechnete, dass alle 2200 Läufer mit jeweils drei Begleitern anreisen würden, bei sechs Tagen wären somit 40.000 Nächtigungen zu verbuchen. Die Wirtschaftskammer Kärnten wiederum sah in der Tatsache, dass ein Ironman-Gast 120 € pro Tag ausgebe, den essenziellen Ansatz. Petschnig: „Der Tourismus-Impuls ist enorm. Dazu kommt auch eine Umwegrentabilität von knapp sechs Millionen Euro.“ Den größten Beitrag für die Region aber liefere das Fernsehen – obwohl 2007 keine Live-Übertragung stattfindet! „2006 wurde errechnet, dass 60 Millionen Menschen das Rennen gesehen hätten...“ Wer Grenzen sieht, will diese sprengen. Da ist sogar die Sportart egal.

IRONMAN AUSTRIA

Zum zehnten Mal findet am Sonntag in Klagenfurt der Kärnten Ironman Austria statt. 2200 Athleten müssen 3,8 km schwimmen, 180 km Rad fahren und 42 km laufen.

Der ORF zeigt dieses Event am Sonntag ab 18 Uhr nur in einer Zusammenfassung auf ORF1.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.07.2007)

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