Bilanz. Der Leuchtenhersteller verdoppelt den Gewinn.
Wien (ps). Ein Fünftel des weltweiten Stromverbrauchs wird für Beleuchtung verwendet. Diese Ressourcen könnte man sicher effizienter nutzen, meinte Andreas Ludwig, Vorstandschef des Vorarlberger Lichtkonzerns Zumtobel, bei der Bilanzpräsentation am Donnerstag in Wien. Europas größter Leuchtenhersteller stellt selbst keine Glühbirnen her und ortet angesichts der Debatte um eine effizientere Nutzung von Energie große Chancen mit stromsparenden Lichtlösungen.
Die Zumtobel-Gruppe hat im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2006/07 den Umsatz um 5,6 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro gesteigert, das Betriebsergebnis (Ebit) um ein Drittel auf 114 Mio. erhöht und den Nettogewinn auf 103,6 Mio. Euro verdoppelt. Geholfen hat dem Unternehmen dabei die gute Baukonjunktur in Europa, die Branche ist im Vorjahr um 2,8 Prozent gewachsen. Drei Viertel seines Geschäfts macht Zumtobel noch immer in Westeuropa. Am stärksten gewachsen ist das noch relativ kleine Geschäft mit LED-Leuchten, das von derzeit gut 20 Mio. Euro mittelfristig auf 100 Mio. Euro Umsatz zulegen soll, wie Ludwig sagte.
Konzentration in der Leuchtenindustrie
Der Konzern will in den nächsten Jahren über Zukäufe wachsen und im „Konzentrationsprozess in der Beleuchtungsindustrie eine Rolle spielen“, so Ludwig. Konkrete Übernahmeobjekte konnte er aber noch keine nennen. Das Unternehmen, das zu einem guten Drittel noch im Besitz der Familie Zumtobel steht, hat mit dem Erlös aus dem Börsegang Kredite zurückbezahlt und mit eine Eigenkapitalquote von knapp 40 Prozent nun genügend finanziellen Spielraum für größere Übernahmen
An der Wiener Börse wurde das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte von Zumtobel eher enttäuscht aufgenommen. Experten hatten sich noch deutlichere Ertragssteigerungen erwartet. Die Hamburger Berenberg Bank rät nach den Bilanzzahlen nun nicht mehr zum Kauf, sondern nur noch zum „Halten“ der Papiere. Der Aktienkurs, der seit Jahresbeginn knapp 20 Prozent gestiegen ist, gab um über zwei Prozent nach. Zumtobel schüttet für das abgelaufene Geschäftsjahr erstmals eine Dividende von 50 Cent je Aktie aus. Das entspricht einer Dividendenrendite von 1,7 Prozent.
ENTTÄUSCHTE ANLEGER
Der Vorarlberger Lichtkonzern Zumtobelhat mit 1,2 Mrd. Euro Umsatz und rund 100 Mio. Euro Jahresgewinn das beste Ergebnis in der Firmengeschichte vorgelegt. Experten hatten jedoch eine kräftigere Ergebnissteigerung erwartet, die Zumtobel-Aktie gab deutlich nach.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.07.2007)