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Weil wir zwei Coole sind

Piraten, Drachen und Elfen sind die alten, neuen Stars der Kinder, Fantasy und Comics ihre Lieblingsgenres. Für die Älteren dürfen es ruhig auch dramatische Bücher sein. Überblick über die Lektüren für Kinder und Jugendliche.

Hauptsache: Cool.


„Wenn wir zwei Coole sind“, sagt Leo, „dann schauen wir uns Filme an, für die wir eigentlich noch zu klein sind!“ „Filme mit Monstern und Vampiren und so?“, fragt Mug erschrocken. Gummidrops statt Jausenbroten, Krachmusik und vor allem nie mehr Hausaufgaben. Leo beschließt, dass Mug und er in Zukunft cool sind. Doch bald kommen ihnen Zweifel. Ab heute sind wir cool, geschrieben und illustriert von Susann Opel-Götz (32 S., € 12; Oetinger Verlag, Hamburg).

Hauptsache: Fliegen.


„Schweben! Fliegen! Das wär was!“ Dachte das kleinste und schwerste der Schafe. Und da es noch keinen Namen hatte, rief es laut: „Nennt mich Zeppelin!“ Doch ein Schaf ist kein Flugzeug – außer es geschieht ein riesengroßes Wunder. Von Ö1-Redakteur Heinz Janisch („Die Reise zu den fliegenden Inseln“) gibt es neue Bilderbücher, neben der Schaf-Geschichte auch ein von „Artem“ (Kostyukevich, einem Russen) besonders witzig illustriertes über Schatten. Zeppelin von Heinz Janisch, illustriert von Heide Stöllinger (32 S., € 14,30). Schatten von Heinz Janisch, illustriert von Artem (32 S., € 14,30; beide Bajazzo Verlag, Zürich).


Hauptsache: Silberreiher.


„Glaubst du, werden wir Silberreiher sehen?“, flüsterte Helga dem Bruder zu. „Ich weiß nicht“, antwortete Heinz: „Vielleicht noch weiter drin!“ Mit der Luftmatratze paddeln Helga und Heinz durchs Schilf. Ein kleiner Zauberer schläft in einer Nuss. Ein Junge rettet seine Haustiere. Ein Löwenzahn verwandelt sich wundersam. Hinreißend sind die Illustrationen von Linda Wolfsgruber zu Friedl Hofbauers schlichten Geschichten. Geduld bringt Frösche von Friedl Hofbauer, illustriert von Linda Wolfsgruber (44 S., € 20; Bibliothek der Provinz, Weitra).

 

Hauptsache: Überleben.


„Der Stein traf den Riesen mitten auf die Stirn. Er fiel zu Boden.“ David und Goliath, Jona und der Wal, Noah und die Geburt Jesu sind in dieser konventionell, aber ansprechend illustrierten Sammlung von Bibelgeschichten vertreten, einfach, schnörkellos, einprägsam erzählt. Allererste Bibelgeschichten von Barbara Bartos-Höppner, illustriert von Pieter Kunstreich (28 S., € 10,30; arsEdition, München).

 

Hauptsache: Elfen.


„,Ich heiße Petronella Campanula Aurora Nesselblatt von Patula‘, erklärte die kleine Elfe mit stolzgeschwellter Brust.“ Seit das Baby da ist, hat Una so viel Ärger, dass sie von daheim davonläuft. Da lernt sie eine echte Elfe kennen, noch besser, Una verwandelt sich selbst in eine Elfe. Doch das hat auch beunruhigende Seiten. Una und die Elfe von Chantal Schreiber, illustriert von Susanne Wechdorn. (78 S., € 11,60; Obelisk Verlag, Innsbruck).

 

Hauptsache: Pirat.


„,Jack Sparrow‘, seufzte Elizabeth, ,das mit uns wäre sowieso nie gut gegangen.‘ ,Sag dir das nur immer wieder vor‘, erwiderte Jack.“ „Fluch der Karibik“ für Leser. Der deutsche Fantasy-Autor Wolfgang Hohlbein und seine Tochter Rebecca erzählen die Story, dem Drehbuch der Hollywood-Filmserie von Disney folgend, ein Tränendrüsen-Drücker. Nicht schlecht. Wer mag, kann aber auch in sieben Tagen lernen, Pirat zu werden. Pirates of the Caribbean, am Ende der Welt. Auf Deutsch von Wolfgang und Rebecca Hohlbein. Nach dem Film-Drehbuch von Ted Elliott und Terry Rossio. Drei Bände, je 250 S., je € 9,90; Egmont Verlag, Berlin. Wie werde ich Pirat in nur 7 Tagen? Von Leslie Rees, illustriert von Jan Lewis (32 S., € 13,40; Tessloff Verlag, Nürnberg).

 

Hauptsache: Wissen.


Ist es wahr, dass ein Kuckuck im Regenwald sein Ei besser nicht in ein Berggorilla-Nest legen sollte, weil sich der Berggorilla sonst draufsetzen könnte? Gibt es Vögel, die rückwärts fliegen? Wird die Erde schwerer, weil immer mehr Menschen auf ihr leben? Dieses Wissensbuch unterscheidet sich von den vielen anderen, die es gibt, dadurch, dass es wirklich unterhaltsam ist; übrigens gestaltet nach dem Modell der TV-Sendung „Eins, zwei oder drei?“. Warum schmeckt das Meer nach Salz? Spannende Fragen und verblüffende Antworten zur Natur, von Friederike Wilhelmi, Rolf Vogt (160 S., € 10,30; arsEdition, München).

Hauptsache: Wildnis.


„Ich schnappte mir eine Liane, umklammerte sie fest, und mit einem Schrei, auf den Tarzan neidisch gewesen wäre, schwang ich den Hügel hinab.“ Als Tochter eines Forschers wuchs Sabine Kuegler bei den Papuas (Indonesien) auf. Später kam sie in ein Internat in der Schweiz. Das Leben im Westen verkraftete sie nur schwer. Ihre Erlebnisse schildert Kuegler in zwei Büchern, aus der Perspektive des Kindes und der Erwachsenen. Julia (12) und Lea (15) haben diese Bücher gleichermaßen begeistert. Der erste Teil, „Dschungelkind“, ist ein Bestseller, wobei die Bücher auf Erwachsene wohl eher naiv und sentimental wirken. Dschungelkind von Sabine Kuegler. 346 S., € 20,50. Ruf des Dschungels (320 S., € 20,50; Droemer Knaur Verlag, München).

Hauptsache: Drachen.


„,Kariarn hat einen Drachen?‘, fragte Tosten. ,„Jemand hat einen Drachen‘, sagte Oreg gleichgültig.“ Der junge Lord Ward spielt den Narren, damit ihn sein tyrannischer Vater, der einen Rivalen in ihm sieht, nicht tötet. Als der Alte tot ist, legt Ward seine Maske ab. Doch die väterliche Burg hat der Vater einem Verwandten überschrieben. Ward zieht in den Krieg, nicht ohne Hilfe. In seinen Adern fließt Drachenblut. Reinste Fantasy mit dem Lieblingstier aller Fantasy-Enthusiasten: dem feuerspeienden Wurm. Drachenzauber von Patricia Briggs. Aus  dem Englischen von Regina Winter (800 S., € 14,40; Heyne Verlag, München).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.07.2007)