Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl

Sportmarketing: Wie im Fußball der Rubel rollt

„Goldjunge“ Beckham brachte Real Madrid 440 Mio. Euro Zusatzeinnahmen.

wien/madrid (ju). Dass Sport Big Business ist, gilt unterdessen als Allgemeingut. Welche Summen die Top-Stars aber auch abseits ihrer Werbeverträge und Ablösemillionen wirklich bewegen, wird nur selten bekannt. Wie jetzt etwa im Fall des britischen Fußballprofis David Beckham, der kürzlich für eine kolportierte Gesamt-Fünfjahresvertragssumme von bis zu 185 Mio. Euro (einschließlich der variablen Anteile an Merchandising-Einnahmen) von Real Madrid zum amerikanischen Soccer-Club Galaxy Los Angeles gewechselt ist.


Um 36 Mio. losgeeist

„Kann sich das für die Amerikaner auszahlen?“, haben sich Fans und Wirtschaftsexperten gefragt. Offenbar ja: Beckhams früherer Arbeitgeber, Real Madrid, hat sich von Deloitte nachrechnen lassen, ob sich die 36 Mio. Euro, um die die Spanier Beckham 2003 von Manchester United losgeeist haben, rentiert haben.

Das Ergebnis: Und wie! Der britische Top-Balltreter, durch die Heirat mit Ex-Spice-Girl Victoria mit zusätzlichem Glamour-Faktor ausgestattet, hat für den Club in vier Jahren 440 Mio. Euro an Zusatzeinnahmen generiert. Durch höhere Zuschauerzahlen, stark gesteigerte Merchandising-Einnahmen, einen Sponsoren-Ansturm und die Steigerung des globalen Bekanntheitsgrads von Real.

Die spanische Wirtschaftszeitung „Cinco Dias“ hat am Freitag beeindruckende Details aus der Studie veröffentlicht: Allein in den ersten sechs Monaten seiner Spielzeit in Madrid hat der Klub eine Million T-Shirts mit der Beckham-Nummer 23 auf dem Rücken verkauft. Und zwar weltweit: Auch Shirts, auf denen „Beckham“ in chinesischen oder japanischen Schriftzeichen stand, gingen weg wie die warmen Semmeln. In den ersten beiden Jahren nach seiner Ankunft in Madrid sind die Merchandising-Einnahmen des Klubs um 60 Prozent gestiegen (macht 53 Mio. Euro) und die Sponsoreinnahmen um 137 Prozent (macht 44 Mio. Euro)

Freilich: Nicht nur der Club hat profitiert: Beim Wechsel nach Spanien ist der Wert der Marke Beckham von Marketingexperten auf 90 Mio. Euro geschätzt worden, jetzt sind es knapp 350 Millionen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.07.2007)