Tennis: Im Teufelskreis der Verunsicherung

Die zwei Koubek-Gesichter: Ohne Druck zur Sensation, mit Gewalt ins Aus.

GSTAAD (-tzg-). Günter Bresnik, sein Mentor, saß auf dem hohen Ross – in Island, er machte Urlaub mit Pferden. Derweil sattelte sein Langzeit-Schützling Stefan Koubek beim Turnier in Gstaad quasi ab im Achtelfinale gegen den Südtiroler Andreas Seppi. Er begann, wo er beim Sensationssieg über Juschny (Rus/2) aufgehört hatte, fuhr über Seppi drüber, 6:1 im ersten Satz. Dann aber riss der Faden, obwohl er verzweifelt versucht hatte, ihn wieder aufzunehmen: 6:7, 6:7. Kaum hatte Koubek, einen Zipfel des Glücks erwischt, schon war er wieder weg.

Verständlich, wenn er ein Match verliert, in dem er in der Statistik meist vorn war: Mehr Punkte und Asse, weniger Doppelfehler, aber verloren, weil Big Points (Breakbälle) an Seppi gingen. Frage des Selbstvertrauens, an dem es nagt? „Man darf es nie nagen lassen“, so Bresnik. „Selbstmitleid bringt nix. Er muss es wegstecken, Stuttgart spielen, Praxis sammeln nach der Verletzung. Und durchziehen, was er sich vornimmt, unabhängig, ob es immer klappt. Ist im Tennis wie im Leben!“

Mit der Leichtigkeit des Außenseiter-Seins hatte Koubek gegen Juschny gespielt wie in besten Tagen, ehe ihn die Vergangenheit einholte. „Weil er sich mit Gewalt bestätigen wollte“, glaubt Bresnik. Das passiere unbewusst, obwohl er eine Mental-Trainerin hat, die Verunsicherung abschütteln soll. Sie hat ihn aber wieder. Ein Teufelskreis, der die Leiden des nicht mehr jungen Stefan spiegelt.

Premiere in Bad Gastein

Während sich die FedCup-Damen in Linz fürs Play-off gegen Israel (Sa/So) einschlagen, das der Landesverband veranstaltet, läuft parallel der Countdown zur Reichel-Turnierpremiere in Bad Gastein (ab 21. Juli). Bammer und Paszek fehlen, das Turnier ist aber u.a. mit Garrigues (Sp), Schiavone (I), Rezai, persische Französin, die in Istanbul sowohl Scharapova als auch Venus Williams besiegt und auch in Wimbledon die dritte Runde erreicht hat, stark besetzt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.07.2007)


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.