Fernsehen auf Färöisch

Öffentlich-rechtlich: In Europa verbreitet, in den USA marginal.

In fast allen Ländern West- und Osteuropas gibt es öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Auch in Australien und den USA kennt man diese Form des weder staatlichen noch privaten Fernsehens und Radios, das durch Beiträge von den Hörern und Sehern finanziert wird und einem besonderen Auftrag verpflichtet ist, dessen Einhaltung kontrolliert wird. Nicht alle diese TV-Stationen sind aber in einer so glücklichen Lage wie der ORF, dem jeder, der einen betriebsbereiten Fernseher zu Hause stehen hat, Gebühren zu entrichten hat. Die amerikanische PBS zum Beispiel, in der sich 354 öffentlich-rechtliche TV-Stationen aus dem ganzen Lande zusammengeschlossen haben, geht unverhohlen auf die Suche nach Spendern und Financiers: „Unterstützen Sie Ihre lokale PBS-Station“, steht flehentlich oben auf der Homepage, gleich darunter geht's zum PBS-Shop. Ohne – freiwillig vom Zuschauer bezahlte – Einnahmen kein Programm. Auch sonst können die US-Amerikaner nicht mithalten: 1,5% Marktanteil in der Primetime, so schlecht schneidet in Europa nicht einmal das Ukrainische UT-1 ab (2%).

Einsame Spitze beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Europa ist Dänemark mit seinem Danmarks Radio (DR) und dem (auf dem Weg in Richtung Privatsender befindlichen) TV2 Danmark, die 2006 im Durchschnitt gemeinsam 67% Marktanteil erzielten. Gebührenfinanziert ist heute aber nur mehr DR, das auch vier Radiostationen betreibt und sich – ähnlich dem ORF – zu einem umfassenden Programm mit Information, Bildung, Kunst und Unterhaltung zu Qualität und Vielfalt verpflichtet hat und darob einmal wöchentlich auch auf Grönländisch und Färöisch sendet. An zweiter Stelle rangieren europaweit die Öffentlich-Rechtlichen Weißrusslands (63% Marktanteil), dann folgen schon die ORF-Kanäle mit 48% und einem deutlichen Vorsprung gegenüber der britischen BBC (43%) und den deutschen ARD und ZDF (ebenfalls 43%).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.07.2007)

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