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Alitalia: Die Ein-Euro-Airline

(c) Reuters (Alessandro Bianchi)
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"Wenn etwas krank ist muss man es amputieren." Italiens Infrastruktur-Minister tritt deutlich für die Liquidation der angeschlagenen Fluggesellschaft ein. Er will die Alitalia um einen Euro loswerden.

Nach dem gescheiterten Bieterverfahren für die italienische Staats-Airline Alitalia sucht die Regierung in Rom nach neuen Auswegen. Geht es nach den Plänen einiger Kabinettsmitglieder, droht der maroden Fluglinie schon bald das Aus.

"Wenn etwas krank ist, dann muss man es amputieren", kommentierte Antonio di Pietro, Minister für Infrastruktur, die ernste Lage. Sein Vorschlag: Die Alitalia soll um einen symbolischen Euro verschleudert werden. Der Standpunkt findet unter den politischen Entscheidungsträgern immer mehr Anhänger. Nachdem mit der Aeroflot und dem US-Finanzinvestor Matlin Patterson am Mittwoch die beiden letzten Interessenten für die Airline aus dem Bieterverfahren ausgestiegen sind, wird die Liquidation der Airline immer wahrscheinlicher.

Kapitalerhöhung als Ausweg?

Zuletzt war in den italienischen Medien aber auch noch von einem zweiten Ausweg aus der Krise zu lesen. Eine Kapitalerhöhung über eine Milliarde Euro sollte der Airline wieder auf die Beine helfen. Die Regierung selbst kann die Kapitalerhöhung freilich nicht zeichnen, da das als Staatssubvention interpretiert würde und damit der EU-Gesetzgebung widerspräche. Nach potentiellen Rettern wird immer noch gesucht. Diese Maßnahme würde dazu beitragen, die Zahl der auf der Kippe stehenden Arbeitsplätze von 5.000 auf 2.400 zu reduzieren, berichtet etwa die Zeitung "Finanza & Mercati".

Eine dritte Option für die Regierung in Rom ist die Bestellung eines staatlichen Verwalters, der die notwendige Restrukturierung vorantreiben müsste. Ein solcher Kommissar könne aber erst nach einem Insolvenzantrag der Gesellschaft ernannt werden. Damit sei im Februar 2008 zu rechnen, wenn die Fluglinie zahlungsunfähig sein dürfte. (Ag.)