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Bim, Sand und Feinstaub

Unbeliebte Straßenbahn

Schienenverkehr ist Feinstaub-Mühle, 19.Juli
Die von der Technischen Universität angezettelte Feinstaub-Kampagne gegen die Straßenbahn geht anscheinend von der Annahme aus, dass bei jedem Anfahr- und Bremsvorgang Sand gestreut wird. Tatsächlich kommt dies nur selten vor, etwa bei Nässe oder Notbremsungen, sodass der Verbrauch an Sand nur schwer einzuschätzen, jedenfalls aber geringfügig ist. Die Quantifizierung des durch Sandstreuung verursachten Feinstaubes mit der gewaltigen Menge von jährlich 417 Tonnen erscheint daher unseriös und dient wohl nur einer dem ökologischen Zeitgeist verpflichteten Agitation gegen das zugegebenermaßen unbeliebte Verkehrsmittel Straßenbahn.

Dr. Werner Frank
1030 Wien

Öffis und Schadstoffe

Dieser Artikel betreffend die Studie über die Feinstaubemissionen des öffentlichen Verkehrs wirft die Frage auf: Wo bleiben die Kommentare der Damen Sima, Glawischnig und Vassilakou? Beim kleinsten Hinweis auf auch nur theoretisch mögliche, negative Auswirkungen des Autoverkehrs sind besagte Politikerinnen doch blitzartig mit umfangreichen Katalogen intelligenzfreier Gegenmaßnahmen zur Stelle. Wenn aber der öffentliche Verkehr nahezu die gleiche Menge an Schadstoffen ausstößt, noch dazu von der nachgewiesen krebserrregenden Sorte – im Straßenverkehr längst verboten –, herrscht Schweigen im Walde. Ich unterstelle, dass es nicht an den Ferien und der Tropenhitze liegt – es passt nicht ins Konzept und wird somit ignoriert. Man müsste ja etwas unternehmen. Das wäre mit Arbeit verbunden und ist somit grundsätzlich abzulehnen. Dafür sind die erwähnten Damen nicht gewählt worden. Und sollten sie es dennoch tun, wird es ohnehin nur ein Desaster.

Peter Mörk
1010 Wien

Nicht nachvollziehbar

Wenn eine Studie an einer Universität verfasst wird, sollte man erwarten dürfen, dass die Verfasser die Materie kennen. Dies ist hier nicht der Fall. Die Verfasser kennen weder die Systeme von Sandungsanlagen, noch haben sie Kenntnisse von der Eisenbahnbremstechnik. Sand wird bei der Anfahrt von schweren Zügen bei ungünstigen Reibungsverhältnissen verwendet, nicht beim Bremsen. Es wäre auch sinnlos, da lediglich die Triebfahrzeuge eine Sandungsmöglichkeit haben, nicht aber die Güterwagen und auch nicht die Reisezugwagen. Die angegebene Sandmenge ist in keiner Weise nachvollziehbar.

Straßenbahnen verwenden Sand tatsächlich viel häufiger, aber keineswegs bei jeder Bremsung, sondern meist nur bei durch den Straßenverkehr verursachten Gefahrbremsungen. Die angegebene Sandmenge erscheint mehr als unglaubwürdig. Es ist zu berücksichtigen, dass nur ein kleiner Teil der Sandmenge vom Rad auf der Schiene zermalmt wird, der Großteil fällt daneben.

Schade ist nur, dass diese „Expertise“ unter der Patronanz eines Universitätsinstitutes erschien und so den Ruf der Technischen Universität Wien belastet.

Dipl.-Ing. Mag. Helmut Grießer
1180 Wien

Hanebüchener Unsinn

Schienenverkehr ist Feinstaub-Mühle – so einen hanebüchenen Unsinn habe ich schon lange nicht gelesen! Sand wird bei der Bim nur gestreut: bei Notbremsungen und bei Rädergleiten (Durchdrehen) beim Anfahren, was nur bei Nässe vorkommt. Sonst nie!!! Die Elektrobremse funktioniert praktisch verschleißfrei und kann daher auch keinen Feinstaub verursachen.

Ähnliches gilt übrigens auch für die ÖBB – dort kommen nur Dieselloks als Verursacher von Emissionen in Betracht. Diese sind Super-Saubermänner im Vergleich mit PKW und LKW, wenn die Menge der beförderten Personen bzw. Güter berücksichtigt wird.

Dr. Otto Kauer
1220 Wien

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.07.2007)