Österreich steht seit den 90-er Jahren wirtschaftlich besser da als Deutschland. Der Abstand wird sich nun mit dem Anziehen der deutschen Konjunktur und nach Überwindung der Belastungen der deutschen Wiedervereinigung aber verringern. Zu diesem Resümee kommt eine Studie der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) über die Wachstumsunterschiede zwischen Österreich und Deutschland.
Die heimische Wirtschaft werde aber auch von der anziehenden Konjunktur seines größten Handelspartners profitieren. All die positiven Entwicklungen sollten aber nicht zu Übermut verleiten, Reformen wie etwa die Verwaltungsreform müssten in Österreich vorangetrieben werden, so OeNB-Direktoriumsmitglied Josef Christl am Freitag bei der Präsentation der Studie.
Während das Wirtschaftswachstum in Deutschland seit den 90-er Jahren vor allem Technologie-getrieben war, waren es in Österreich vor allem Kapitaleinsatz und Arbeitskräfte. Die Lohnentwicklung in Österreich habe sich positiv auf die außenwirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit ausgewirkt und sei ein wesentlicher Beitrag für die positive Entwicklung gewesen. "Die Sozialpartner haben das sehr gut hingekriegt", sagte Christl. Gut genutzt hat die österreichische Wirtschaft auch die Chancen in Mittelosteuropa (CEE) nach der Ost-Öffnung.
Österreich liegt beim Wohlstandsniveau (Bruttoinlandsprodukt/BIP pro Kopf zu Kaufkraftparitäten) seit Anfang der 90er Jahre vor Deutschland, 2004 wurden sogar die "alten" deutschen Bundesländer überholt. Beim Wirtschaftswachstum lag Österreich in den Jahren 2000 bis 2005 um durchschnittlich jährlich 0,8 Prozentpunkte über Deutschland. 2006 wuchs die österreichische Wirtschaft um 3,1 Prozent, die deutsche um 2,8 Prozent.
(APA)