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Berufsausbildung: Fixer Platz für Europastudien

Österreich holt langsam bei Postgraduate-Lehrgängen auf.

Wien. Bei aller Kritik: Ohne grundlegendes Recht könnte die Europäische Union nicht existieren. Dem trägt mittlerweile auch hierzulande das Angebot an Aus- und Weiterbildung Rechnung.

Vor mehr als zehn Jahren ist Österreich der EU beigetreten. Inzwischen gibt es mehrere Postgraduate-Lehrgänge in Europastudien: Etwa die diversen Master-Kurse für Juristen und Nicht-Juristen an der Abteilung für Europäische Integration der Donau-Universität Krems oder die postgradualen Rechts- und Wirtschaftslehrgänge im vorarlbergischen Schloss Hofen bei Bregenz. Einen Masterstudiengang in EU-Projektmanagement bietet neuerdings die Fachhochschule (FH) Burgenland in Eisenstadt ohne Studiengebühren an. Der Master-Kurs in Europäistik an der Universität Wien findet in Zusammenarbeit mit der Uni Krakau statt.

Die Europastudien in Krems und in Schloss Hofen konzentrieren sich vorwiegend auf Recht und Wirtschaft. Der Masterlehrgang an der Uni Wien ist auf die Geistes- und Kulturwissenschaften, von Sprachen- und Migrationsfragen bis zu den EU-Institutionen, fokussiert. Interdisziplinär ist auch der Universitätslehrgang „Balkanstudien“ des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM) angelegt, der ab Herbst in Kooperation mit der Uni Wien durchgeführt wird. Die europäische Integration ist das Generalthema des „Master of Advanced International Studies“ an der Diplomatischen Akademie in Wien.

Mit der Vielfalt an Europastudien in Großbritannien oder Belgien kann sich Österreich zwar noch nicht messen. Dennoch gibt sich Werner Schroeder, Vorstand des Instituts für Europarecht an der Uni Innsbruck, zufrieden. „EU-Recht ist eine Querschnittsmaterie“ und sei längst „runtergesickert“ etwa in das Arbeits- oder Umweltrecht, erklärt er im Gespräch mit der „Presse“. Die Juristen und die Wirtschaftsuni haben ihre regulären Studienpläne längst „nachjustiert“. In dieser Hinsicht hinke etwa der Gründerstaat Deutschland noch nach, so der gebürtige Deutsche. Er leitet auch den voraussichtlich 2010 startenden Masterstudiengang „International Business & Tax Law“ am Management Center Innsbruck (MCI), in dem es primär um Europäisches Wirtschaftsrecht geht.

Während es an den österreichischen Schulen ein deutliches Manko an EU-Unterricht gibt, werden die Studierenden also besser bedient. Zumindest den Jusstudenten kann Schroeder großes Interesse an EU-Agenden bescheinigen.

Die postgradualen Europastudien in Österreich dauern zwei bis vier Semester und werden teils berufsbegleitend, teils als Vollzeit-Studium angeboten. Es gibt noch Restplätze für die im Herbst beginnenden Lehrgänge.

STUDIEN. Übersicht

Europastudien, Universität Wien (Kosten: € 5800,-), http://www. univie.ac.at/europaeistik/

Donau-Universität Krems, Departement für Europäische Integration (Kosten: ab € 7500,-), www.donau-uni. ac.at/de/department/euro/index.php

Europäische Studien – Management von EU-Projekten FH Burgenland, Eisenstadt, www.fh-burgenland.at/Eisenstadt/ESTMag/studium.asp

International Business & Tax Law (ab 2010), http://www.mci. edu/master-studium-international-business-law/index.html

Master of Advanced International Studies, Diplomatische Akademie in Wien (Kosten: € 7800,-), www.da-vienna.ac.at/

Zentrum für Wissenschaft und Weiterbildung in Schloss Hofen, Lochau/Vlbg., Abteilung Recht (Kosten: € 10.600,-), www.schlosshofen.at/ Recht.84.0.html

Balkanstudien, IDM/Universität Wien (Kosten: € 950,- pro Semester), www.idm.at/postgraduates/balkanstudien/

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.07.2007)