Ahmadinejad dreht die Uhr zurück

Öffentliche Hinrichtungen und Einschüchterung: Das Regime in Teheran will den Schrecken der Islamischen Revolution in Erinnerung rufen.

Präsident Mahmoud Ahmadinejad will die Uhr zurückdrehen: Er und die Clique rund um ihn sind der Meinung, dass die Islamische Revolution durch die Reformkräfte während der Präsidentschaft von Mohammad Khatami vom Kurs abgelenkt worden ist.

Ahmadinejad verordnet seinem Land wieder die reine Lehre Ayatollah Ruhollah Khomeinis: Moral-Kampagnen, Einschüchterungen, Säuberungswellen, Verschwindenlassen von Gewerkschaftern, öffentliche Hinrichtungen.

Am selben Tag, an dem der österreichische Ölkonzern OMV sich gemeinsam mit der türkischen Petrol Ofisi und der Petropars um Öl-Explorationslizenzen im Iran bemüht, baumeln mitten in Teheran zwei öffentlich hingerichtete Gefangene am Galgen.

Wochen zuvor wird eine in Teheran verhaftete amerikanische Iran-Expertin mit österreichischen Wurzeln im staatlichen Fernsehen gezwungen, sich selbst als Umstürzlerin darzustellen.

Das Regime will Stärke zeigen und lässt doch nur nackte Angst erkennen. Angst davor, bei den im Frühjahr geplanten Parlamentswahlen gegen die Reformkräfte zu unterliegen. Ahmadinejad hat offenbar auch Angst vor der eigenen Bevölkerung: vor den streikenden Busfahrern und Lehrern, den freiheitsliebenden Frauen und der ungeduldigen Jugend. Vom Galgen baumelnde Kriminelle sollen nicht nur Verbrechern eine makabre Warnung sein. (Bericht: Seite 7)


thomas.seifert@diepresse.com("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2007)

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