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Kinderbetreuung: Buchinger will "Papamonat"

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Der Sozialminister möchte die Väter "in die Erziehungsarbeit miteinbeziehen" und ihnen für eine Auszeit in den ersten Wochen nach der Geburt eines Kindes bis zu 800 Euro zahlen. Die ÖVP ortet "Sommerloch-Populismus".

Die SPÖ will ein "Papamonat" für Väter nach Vorbild der skandinavischen Länder einführen. Sozialminister Erwin Buchinger (SPÖ) sagte am Freitag im ORF-Radio, er wolle bis zu 40 Prozent der Väter in die Erziehungsarbeit in den ersten Wochen nach der Geburt eines Kindes miteinbeziehen.

Obwohl Väter in Österreich die Möglichkeit haben, in Karenz zu gehen, stellen sie derzeit weniger als vier Prozent der Kindergeld-Bezieher. Bisher gab es für Männer auch keinen Anspruch auf eine bezahlte berufliche Auszeit unmittelbar nach der Geburt des Kindes.

Bis zu 800 Euro "Abgeltung"

Vier bis acht Wochen schweben Buchinger vor, dafür soll es eine "Abgeltung" geben, die ungefähr der Höhe des Kindergeldes entspricht. Die Rede ist von einem Betrag zwischen 400 und 800 Euro, auch einen Kündigungsschutz beim bisherigen Arbeitgeber soll inkludiert sein.

VP winkt ab

Die ÖVP lehnt den Buchinger-Vorschlag ab. Im Ressort von Familienministerin Andrea Kdolsky (ÖVP) befand man den Vorschlag für nicht notwendig. Denn mit der geplanten Flexibilisierung des Kindergeldes gebe es (ab 2008) ohnehin die Möglichkeit für Väter, etwa für drei Monate zu je 800 Euro in Karenz zu gehen. Außerdem gebe es ja die Möglichkeit in Pflegeurlaub zu gehen oder Sonderurlaub zu beantragen. Darüber hinaus bestehe ja ein normaler Urlaubsanspruch von fünf Wochen, den die Väter dafür heranziehen könnten, meinte ein Sprecher.

Amon: "Sommerloch-Populismus"

ÖAAB-Generalsekretär Werner Amon schoss sich nach heftigen Attacken in Sachen Mindestsicherung neuerlich auf Buchinger ein. "Buchinger soll einmal die Punkte des Regierungsprogramms umsetzen statt mit billigem 'Sommerloch-Populismus' Schlagzeilen zu erfinden", sagte der ÖVP-Sozialsprecher in einer Aussendung.

BZÖ ist "genervt"

Das BZÖ, das selbst für einen "Papamonat" plädiert, zeigte sich von Buchinger "genervt". "Es ist nicht auszuhalten, dass Buchinger, täglich mit neuen Ideen aus dem Sommerloch nervt", sagte Generalsekretär Gerald Grosz.

Grüne will einkommensabhängige Unterstützung 

Die Grünen begrüßen den Vorschlag des Sozialministers. Die stellvertretende Bundessprecherin, Eva Glawischnig, betonte am Freitag jedoch bei einer Pressekonferenz in Wien, dass ein "Papamonat" nur Sinn hat, wenn die den Vätern dafür gezahlte Unterstützungsleistung einkommensabhängig sei. Sie verwies auf einen diesbezüglichen Vorschlag der Grünen.

(APA)/Red.)