Der Feind in meinem Bett

Wenn einen der Ehemann sehr erbost, geht man fremd. So schaut auch das aus, was die SP mit den Grünen treibt, zum Ärger der VP.

Da hat schon mancher Gatte dumm geschaut. Plötzlich ist ein Dritter da – und nicht unterm Bett oder im Schrank versteckt, nein, am hellen Tag geht er bei der Ehefrau ein und aus. Solche Sachen kommen nicht nur in der Society vor, sondern auch in Parteien. Schwarz und Rot kommen nicht vom Fleck, blockieren, sekkieren einander. Aber da sind ja noch die bildhübschen Grünen! Etwa das Urgestein Andreas Wabl, ein Charakterkopf. Kanzler Gusenbauer holte ihn sich als Klimaschutz-Beauftragten. Da schaut jetzt der brave Umweltminister Josef Pröll alt aus. Im TV auf jeden Fall. Und was ist für eine matte Regierung wichtiger, als gut in den Medien zu kommen? Am Freitag berief nun Kulturministerin Schmied den grünen Kultursprecher Wolfgang Zinggl als Kuratoriumsvorsitzenden fürs Museum moderner Kunst. Sehr schlau. Zinggl, in Museumsfragen ein Radikaler, wird ins System integriert. Wie einst Bernd Lötsch. Erhard Busek machte den Ober-Wüterich gegen das Museumsquartier zum Chef des Naturhistorischen Museums. Seither ist Lötsch nicht mehr ganz so wild. Wer die Opposition einbindet, muss sie weniger fürchten. Die Schwarzen hassen Leute wie Wabl oder Zinggl als „Chaoten“. Das wissen die Roten und herzen die Grünen. Die Schwarzen sehen rot. Vielleicht sollten sie sich einfach von den gemeinen Roten scheiden lassen. Diese Ehe war sowieso ein Irrtum.
(Bericht: Seite 34)


barbara.petsch@diepresse.com("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2007)

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