Hoffnungsträger.
Spätestens seit seinem 2005er Album „Be“ gilt Common als Hoffnungsträger dafür, dass an der Hiphop-Oberfläche nicht bloß Gangster wie 50 Cent regieren. Mit dieser Großtat fand der im Underground der Neunziger Gewachsene breiten Zuspruch – und zu seinem Groove: verwurzelt im Soul der Siebziger, von J. Dilla und vor allem Kanye West geschmeidig, aber sehr prägnant produziert. Das neue Album „Finding Forever“ knüpft nun dort an. Für den heute 35-Jährigen, der sich zuvor mit jeder Platte neu erfand, eine Novität. Und kein schlechter Zug. Die Tracks, beinahe zur Gänze aus der Schmiede von West, bestechen durch Geradlinigkeit, stets hochperkussiv und doch entspannt. Common erzählt einmal mehr Alltagsgeschichten, von unerfüllten Träumen, von Typen, die sich mit materiellem Reichtum Respekt verschaffen wollen. Von Letzterem, im Hiphop heute gang und gäbe, ist Common freilich weit entfernt.