Solange Südeuropa mit der Korruption nicht aufräumt, wird es in Griechenland, Spanien und Italien in großem Stil weiter brennen.
Ja, es ist heiß am Mittelmeer im August. Und trocken. Ideale Bedingungen also für Waldbrände. Aber was jetzt in Griechenland passiert (und vor Kurzem in Süditalien und auf den Kanaren geschehen ist), hat mit den Tücken des mediterranen Sommers nichts mehr zu tun. Griechenlands Ministerpräsident Karamanlis hat es bei der Ausrufung des Notstands ja angesprochen: Südeuropa wird im Sommer (nicht nur in diesem, heuer aber besonders stark) von Brandstiftern terrorisiert. Von der Mafia in Italien, von Grundstückspekulanten in Spanien und Griechenland. Weitgehend verschont bleibt interessanterweise die im selben Klimagürtel liegende Türkei.
Die verheerenden Sommer-Feuer haben also wenig mit dem Klima und viel mit Spekulation und Korruption zu tun. Wenn es freilich genügt, einen Landstrich abzufackeln, um diesen von billigem Agrar- in sündteures Bauland umgewidmet zu bekommen, dann darf man sich über die Folgen nicht wundern.
Das ist zwar nichts Neues, aber angesichts von Dutzenden Toten in Griechenland wäre es jetzt wohl eine böse Form von Komplizenschaft, das Ganze als mediterrane Folklore abzutun. Da gehört endlich ordentlich aufgeräumt. Der laufende Wahlkampf in Griechenland wäre eine Gelegenheit, einmal an die Wurzel des Problems zu gehen. Statt im Nachhinein mit der relativ wirkungslosen Löschspritze auszufahren.
(Bericht: S.1, 2)
josef.urschitz@diepresse.com("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.08.2007)