Interview. Robert Kratky glaubt an eine zweite Staffel seiner Autofahrer-Show.
Ich habe mir irrsinnig schwergetan. Jetzt habe ich nach vielen, vielen Jahren die technische Barriere des Radios für mich überwunden und spreche direkt zu den Menschen. Aber mit der Fernsehkamera dazwischen...“ Robert Kratky hat seinen Ausflug ins Fernsehen trotzdem nicht bereut. Er habe erst zwei Wochen vor Drehbeginn erfahren, dass er „Österreichs schlechtester Autofahrer“ moderieren soll (die letzte Folge läuft heute, 22.10Uhr, ORF1). Für ihn kein Problem: „Ich liebe es, in kaltes Wasser zu springen. Und ich bin für jede Aufregung in meinem Leben dankbar.“ Er sei zwar am Beginn nicht so zufrieden mit sich gewesen, letztlich sei das Format aber „sensationell“ gelaufen, die Marktanteile hätten nicht enttäuscht – und wenn ihn sein Spürsinn nicht trübe, sei eine Wiederauflage der Autofahrer-Show durchaus wahrscheinlich. „Ich würde eine zweite Staffel sicher moderieren. Ich glaube, die Sendung ist ausbaubar.“ Ein Publikumsvoting fände er nicht schlecht.
Am liebsten alles live
Und natürlich müsse er die Möglichkeit haben, ohne Textvorgaben zu reden. Genau das Gegenteil aber hatte der Regisseur zunächst von ihm verlangt. „Ich kann aber keine vorgegebenen Texte vortragen“, so Kratky. Das konnte auch das Publikum erkennen. „Etwa nach der Hälfte der Zeit haben wir dann ausgemacht, dass er mir nur die inhaltliche Richtung vorgibt. Für eine zweite Staffel wissen wir jetzt: Man darf mir kein zu enges Konzept vorsetzen, sonst funktioniere ich nicht.“ Ab dem Wechsel gelang es besser. „Ich hätte mir wohl am leichtesten getan, wenn das alles live gewesen wäre.“ Das ist er gewöhnt. Aus dem Radio, wo er bei Ö3 den Muntermacher der Nation gibt und seit „sechzehn schönen, geilen Jahren“ (© oe3.ORF.at) seine Eloquenz entfaltet.
TV-Angebote habe er schon viele bekommen. Und alle abgelehnt. „Österreichs schlechtester Autofahrer“ habe ihn vom Thema her interessiert und „Authentizität gewährleistet“. „Ich täte mir schwer, ,Dancing Stars‘ zu moderieren. Als Kandidat war ich zwei Mal angefragt, habe aber abgelehnt. Das ist nicht meine Welt. Und ich muss mir meine Zeit einteilen.“ Schließlich mache das Moderieren des Ö3-„Wecker“ bloß ein Drittel seiner Arbeitszeit aus. Dort, beim ORF-Mainstream-Radio, fühlt er sich „zu Hause“, bezeichnet sich als „Inventar“. Das Fernsehen, das bleibt für ihn ein nettes Ausflugsziel, mehr nicht. „Mein Vertrag bei Ö3 läuft bis Ende 2009. Ich verlasse das Radio keinesfalls, dazu liebe ich es zu sehr.“ Da darf er reden, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Darf sich lustige Kindereien ausdenken, über die die Hörer schmunzeln: „Wir überlegen eine Revanche der ,Schlacht der Geschlechter‘ gegen die Damen-National-Elf.“ Beim letzten Mal hatte das aus Hörern zusammengesetzte Team mit Kratky im Tor haushoch verloren. „Einstellig“, korrigiert er. Wie hoch genau? „Ich hab's verdrängt... aber drei Bälle hab' ich gehalten.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.08.2007)