In den meisten multinationalen Konzernen ist sie bereits Voraussetzung für eine glänzende Karriere: Die Bereitschaft, für mehrere Jahre ins Ausland zu gehen. Expatriates werden sie genannt, die modernen Arbeitsnomaden, die den Spirit des Headquarters international verbreiten und Auslandstöchter auf- oder ausbauen sollen. 250 Österreicher arbeiten derzeit für die BA-CA-Gruppe und gar 6000 der 7500 Beschäftigten der Zumtobel Gruppe fernab der rot-weiß-roten Grenzen. Tendenz: steigend.
Positive Nebenwirkungen, die dem Auslandsaufenthalt nachgesagt werden: Ein paar Jahre fern der Heimat stärken die Flexibilität, soziale Kompetenz und Kenntnis internationaler Märkte. Als negative Folgen werden Brüche bestehender Partnerschaften und die Rückkehrschwierigkeiten genannt. Schließlich werden die Positionen im Headquarter meist schon mit der Abreise des Expatriates nachbesetzt und garantierte Retourtickets gibt es kaum.
Und selbst Rückkehrwünsche, die mit der Bereitschaft, das Unternehmen zu wechseln, einhergehen, lassen sich manchmal nur schwer realisieren. Der Grund: Das Einkommensniveau der Expatriates sprengt den in der Heimat üblichen Rahmen.
Wie das Idealprofil von Expatriates aussieht, was diese vor dem Jawort zum beruflichen Umzug bedenken müssen und warum Arbeitgeber Karrierepläne für die Zeit danach entwerfen sollten, diskutierten vergangenen Mittwochabend TopmanagerInnen bei unserem 12. Karrieretalk live (siehe Seite 2).
johanna.zugmann@diepresse.com("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.09.2007)