Wohntrends: Glücklich im Grüngürtel

Grün, grün, grün. Und vor allem Platz genug um Häuser zu bauen.
Grün, grün, grün. Und vor allem Platz genug um Häuser zu bauen.(c) AP (Roberto Pfeil)
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Die Wiener zieht es in die Regionen rund um die Bundeshauptstadt. Süden und Westen sind begehrt und teuer, der Norden (noch) günstig und stark im Kommen.

Wenn der Wiener auf die ländliche Bevölkerung des Umlandes zu sprechen kommt, kann es schon mal vorkommen, dass er die typische Großstädter-Attitüde – überlegen, urban, weltläufig – heraushängen lässt. Gleichzeitig üben die Gemeinden rund um Wien aber auch eine starke Anziehungskraft auf ihn aus: Es lockt das Häuschen im Grünen, die ländliche Ruhe abseits von Umweltbelastungen, Verkehrschaos und städtischer Hektik. Rund 5000 Personen kehren Wien jährlich den Rücken und lassen sich in den Gemeinden rund um die Bundeshauptstadt nieder.

Begehrter Süden

Wobei Grüngegend nicht gleich Grüngegend ist. „Zu den begehrtesten Gebieten gehören traditionell die Gemeinden im Süden Wiens“, weiß Remax-Makler Dimitri Grabar. „Die Wohnungsnachfrage konzentriert sich dabei eher auf Perchtoldsdorf, Mödling oder Brunn am Gebirge, während beim Hauskauf oder -bau Orten wie Guntramsdorf oder Münchendorf der Vorzug gegeben wird.“ Beliebte Zuzugsgebiete sind aber auch Gemeinden wie Purkersdorf, Mauerbach oder Klosterneuburg, wobei beide Regionen nicht nur von der guten Anbindung an Wien profitieren, sondern auch prestigeträchtig sind.

„Welcher Gegend der Zuschlag gegeben wird“, sagt Karl Michael Tögel, Geschäftsführer des Regionalbüros Dr. Max Huber Wien-Hietzing, „hängt aber oft von der Fahrzeit vom Wohnort zur Arbeit ab.“ Das starke Interesse wirkt allerdings auch als Preistreiber. Laut Tögel muss man in diesen Gegenden je nach Lage für ein neues Einfamilienhaus mit Preisen von 400.000 Euro aufwärts rechnen.

Deutlich günstiger baut man im nordöstlichen oder nördlichen Umfeld von Wien wie in Gerasdorf und Gänserndorf oder von Korneuburg über Stockerau bis hinauf nach Tulln. „Während man für einen Einfamilienhaus-Baugrund im südlichen Umfeld von Wien zwischen 150.000 und 180.000 Euro einkalkulieren muss, bekommt man die gleiche Fläche hier um durchschnittlich rund ein Viertel günstiger“, erklärt Michael Pisecky, Geschäftsführer von s-real. „Ab Korneuburg über Stockerau hinaus wird es noch einmal deutlich billiger.“ Aufgrund des gestiegenen Interesses haben allerdings auch in dieser Gegend die Preise in den letzten Jahren stark angezogen. „Und sie werden weiter steigen“, prognostiziert Pisecky. Hintergrund ist die dynamische wirtschaftliche Entwicklung der Region sowie der sukzessive Ausbau der Infrastruktur und die sich verbessernden Verkehrsanbindungen an die Bundeshauptstadt.

Umworben im Norden

Hinzu kommt das positive Sentiment: Während man in manchen südlichen und westlichen Gemeinden dem starken Zuzug bereits mit Skepsis begegnet, stehen die nordöstlichen Gemeinden, die vielerorts noch bis 2001 einen Bevölkerungsrückgang verzeichneten, einer weiteren Forcierung der Wohnbautätigkeit durchaus positiv gegenüber. Besonders junge Familien werden offen umworben.

Für Stadtflüchtlinge als besonders attraktiv bezeichnet Pisecky das obere Weinviertel im Dreieck von Hollabrunn, Retz und Mistelbach: „Trotz ihrer Wien-Nähe ist diese Gegend noch sehr billig. Einfamilienhaus-Grundstücke kann man hier bereits ab 40.000 Euro erwerben. Aufgrund der entstehenden wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Infrastruktur dürften sich die Preise in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren aber verdoppeln, wenn nicht gar verdreifachen.“

PROJEKTE.

Eine Auswahl aktueller Angebote im Wiener Umland:
Wohnprojekt
Kierling: 26 Wohnungen, www.bau-boden.at
Villen
in Breitenfurt: acht Doppel-, zwei Einzelvillen, www.waldlage.at
Grundstücke
in Ebergassing:
596 m bis 792 m,
www.wuestenrot-immobilien.at
Doppel-, Reihenhäuser in Bisamberg, Vösendorf, Baden, www.schippl-haus.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.09.2007)


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