Österreichs schwarze Community startet mit einer T-Shirt-Kollektion.
WIEN. Seine Haut kann man nicht einfach ablegen, Vorurteile über Menschen mit anderer Hautfarbe schon. Das ist die Kernaussage der neuen Kampagne von Black Austria, die heute, Donnerstag, vorgestellt wird. Die Macher der Kampagne haben dazu T-Shirts entworfen, die mit Vorverurteilungen gegenüber Schwarzen spielen.
„Drogendealer“, „Sozialschmarotzer“ oder „Scheinasylant“ prangt auf den Leibchen. Die Idee: „Ein Leiberl haben bedeutet im Wienerischen ja auch, etwas zu sagen zu haben“, sagt Mitinitiatorin Beatrice Achaleke. Und ein Vorurteil lasse sich ähnlich leicht anziehen, wie ein T-Shirt.
Der Erlös der Shirts, die es auf der Website der Organisation zu kaufen gibt, fließt in eine neue Kampagne. Im Dezember soll eine Welle von Plakaten folgen, in der ebenfalls wieder Vorurteile thematisiert werden sollen. Eine erste derartige Kampagne, die seit Jänner läuft, wurde immerhin mit der SozialMarie, dem Preis für innovative Sozialprojekte, ausgezeichnet. In der damaligen Plakatwelle waren Aussagen von Schwarzen thematisiert worden, die auf den ersten Blick negativ erscheinen und sich erst auf den zweiten Blick offenbaren. Beispiel: „Ich hab's auf Eure Kinder abgesehen“ – als Spruch einer schwarzen Tagesmutter.
Schwarze an die Schulen
„Es geht uns darum, das Bild schwarzer Menschen zu verändern“, sagt Beatrice Achaleke. Denn noch immer würde vor allem das Bild armer Kinder in Afrika vermittelt. Genau dieser Anschein von Hilfsbedürftigkeit erschwere es, sich mit dem Zusammenleben mit Schwarzen in Österreich auseinander zu setzen.
Auch mit den in vielen Schulen durchgeführten Afrika-Projekten ist die Aktivistin nicht glücklich: „Da werden oft genau diese Klischees verbreitet.“ Dagegen will Black Austria nun mit einem Schulprojekt vorgehen. Schwarze Mitarbeiter sollen gemeinsam mit den Schülern Themen wie Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Vorurteile bearbeiten. Im Herbst soll im Burgenland ein Pilotprojekt starten, ein bundesweites Projekt ist in Planung.
www.blackaustria.at("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.09.2007)