Okkasion. Credit Agricole, Samsung, Lukoil.
New York (Bloomberg). Nach dem jüngsten weltweiten Kurseinbruch an den Börsen wittern Analysten Kaufgelegenheiten. Favoriten der Aktienexperten sind dabei französische Banken, südkoreanische Halbleiterhersteller und russische Energieunternehmen. Die Aktie von Credit Agricole, der zweitgrößten Bank Frankreichs, wird laut Bloomberg mit einem Abschlag von 19 Prozent zur US-Großbank Citigroup gehandelt. Halbleiteranbieter Samsung Electronics war im August im Vergleich zu den US-Chipproduzenten so günstig bewertet wie zuletzt im Juli 2004. Lukoil, die Nummer eins unter den unabhängigen Ölunternehmen Russlands, ist um 34 Prozent günstiger als der US-Konzern Exxon Mobil.
Alles über einen Kamm geschoren
Grund für diese Diskrepanzen ist Analysten zufolge die Verunsicherung, die bei Anlegern in den vergangenen Wochen herrschte: „An den Börsen wurde alles über einen Kamm geschoren und die Investoren haben das Kind mit dem Bade ausgeschüttet“, sagte Robert Weissenstein, in der Privatbanking-Sparte bei Credit Suisse in New York für Anlageentscheidungen zuständig.
Der Absturz der Aktien europäischer Kreditinstitute und Investmentbanken erfolgte, als die Nummer eins in Frankreich, BNP Paribas, vergangenen Monat drei Fonds einfror, die in mit Subprime-Hypotheken unterlegte Wertpapiere investiert hatten. Doch obwohl die BNP die Fonds inzwischen wieder freigegeben hat, notiert die Aktie gegenüber Jahresbeginn immer noch zwölf Prozent im Minus.
Dabei ist nicht nur BNP betroffen: Die Aktien französischer Geschäftsbanken kosten derzeit im Schnitt knapp das Achtfache des erwarteten Gewinns, deutlich weniger als in anderen wichtigen Wirtschaftsnationen Europas. Der New Yorker Investmentbank Lehman Brothers zufolge sind Credit Agricole und Natexis, die Nummern zwei und vier im französischen Bankensektor, derzeit gerade zu Schnäppchen.
Auch bei asiatischen Technologie-Werten sind laut Züricher UBS die günstigen Bewertungen derzeit Grund zum Kauf. Die osteuropäischen Energieunternehmen schließlich gehören zu den billigsten unter den 40 von Bloomberg verfolgten Branchengruppen in Schwellenländern.
KAUFGELEGENHEITEN.
Die Aktien von französischen Banken, südkoreanischen Halbleiterherstellern und russischen Energiekonzernen sind so stark abgestürzt, dass Analysten bereits zum Kauf raten. Die Verunsicherung der vergangenen Wochen war so stark, dass Investoren „das Kind mit dem Bad ausgeschüttet haben“.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.09.2007)