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FH Joanneum: „Krieg“ um Fachhochschule

Der Konflikt um die Übersiedlung von Studiengängen eskaliert. Professoren und Studenten protestieren, Politik streitet.

GRAZ (hoe). Das von der Leitung der Fachhochschule Joanneum vorgelegte Standortkonzept („Die Presse“ berichtete) sorgt weiter für heftige Turbulenzen.

Innerhalb der FH formiert sich ein größer werdender Widerstandsblock aus Professoren und Studierenden gegen die geplante Übersiedlung von Studiengängen von Graz ins obersteirische Kapfenberg. Die Studierenden haben via Internet eine „Rettet die FH Joanneum“-Resolution veröffentlicht, in der sie sich gegen die Abwanderungspläne wehren. Auch die Studiengangsleiter klagen in einem Brief an die FH-Führung über „mangelnde Attraktivität, fehlendes akademisches und urbanes Umfeld sowie unzulängliche Erreichbarkeit“ Kapfenbergs. Aus diesen Gründen wird von den Lehrenden die generelle Sinnhaftigkeit des Standorts angezweifelt und ein Abzug aus Kapfenberg empfohlen.

„Die Landtagsparteien haben sich einstimmig zu den drei Standorten Graz, Kapfenberg, Bad Gleichenberg bekannt“, wehrt Bildungslandesrätin Bettina Vollath (SP) ab. Auch die Übersiedlungspläne verteidigt sie als „sinnvollste Lösung und mutige Entscheidung der FH-Geschäftsführung“. Ein Aufschnüren des Standortkonzepts schließt sie gegenüber der „Presse“ aus: „Das wäre halbherzig.“

Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (VP) schimpft dagegen über einen „ungeheuerlichen Anschlag auf den Bildungsstandort Graz“. Die Grünen stellen am Dienstag im Landtag eine dringliche Anfrage an Vollath.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.09.2007)