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FH Joanneum: Rückzieher: Keine Übersiedlung von Studiengängen

Steirische Bildungslandesrätin bläst Standort-Rotation ab.

GRAZ (hoe). „Der Weg war nicht der richtige.“ So begründet die steirische Bildungslandesrätin Bettina Vollath (SP) ihre Kehrtwende in Sachen Standortkonzept für die Fachhochschule Joanneum.

Geplant war die Übersiedlung von stark nachgefragten Kreativ-Studiengängen (Design, Journalismus) von Graz nach Kapfenberg. Nach massiven Protesten der Grazer Stadtpolitik, der Professoren und Studierenden kommt es jetzt doch nicht dazu. „Es wäre der falsche Weg gewesen, Graz irgendetwas wegzunehmen“, erteilte Landeshauptmann Franz Voves (SP) seiner Parteikollegin nachträglich einen Rüffel.

Am Montag verkündete Vollath daher den Stopp der Umstrukturierungen noch vor deren für Sommer 2008 geplanten Start. Sie habe es unterlassen, intensive Gespräche zu führen, gestand Vollath am Montag. Das soll jetzt in einem zweiten Anlauf umgehend nachgeholt werden. Zeitlich und inhaltlich will sich die Landesrätin keine Limits setzen.


Kapfenberg rüstet auf

Die bestehenden Studiengänge sind zwar in ihrer fachlichen Qualität unbestritten – die Absolventen werden von der Industrie stark nachgefragt. Es mangelt aber zunehmend an Bewerbern für den obersteirischen FH-Standort. Eine Plattform Grazer FH-Professoren schlug daher vor, überhaupt über einen Abzug aus Kapfenberg nachzudenken. Das kommt für Vollath nicht in Frage. Statt der Übersiedlung von Fachrichtungen könnte es auch zur Installierung neuer Studiengänge in der obersteirischen Industriestadt kommen.

In Kapfenberg selbst ist man indes mit der vor zwölf Jahren getroffenen Entscheidung, den FH-Campus am Stadtrand anzusiedeln, nicht mehr glücklich. Eine Grazer PR-Agentur hatte daher bereits im Februar ein Konzept zur Attraktivierung des Standorts vorgelegt. Vollath will es in die Debatte einfließen lassen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.09.2007)