Pferdesport: Racino atmet auf – Rennbetrieb geht doch weiter

Krieau
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Ebreichsdorf-Einstellung wurde vom Race-Horse-Owners-Club abgewendet, 16 Renntage geben Hoffnung.

WIEN. Das große Zittern drehte in den vergangenen Wochen anstatt von Vollblütern die Runden auf der Racino-Rennbahn von Frank Stronach. Mit Saisonende, hatte die Magna-Entertainment-Group verlautbart, werde der defizitäre Rennbetrieb in Ebreichsdorf eingestellt. Zu groß waren den Aktionären die jährlichen Verluste der für 75 Millionen Euro errichteten Rennbahn geworden. Stronach verkündete die Entscheidung, Anfang August sagte er: „Ich bin extrem enttäuscht mit dem Ergebnis des zweiten Quartals. Wir müssen drastische Maßnahmen ergreifen.“

Es folgten zähe Verhandlungen, vor allem Renn-Chef Herbert Ripel wollte das Ende nicht wahrhaben und suchte das Gespräch mit Stronach, seinem „Freund“. Mit dem Ergebnis, dass die Fortsetzung des Rennbetriebes im Racino doch gesichert ist. Damit atmen über 100 Angestellte, Züchter und Besitzer auf. In der kommenden Saison wird es sechzehn Renntage mit Trab- und Galopprennen geben – das war die grundlegende Bedingung der Züchter, die sogar mit der Einstellung ihrer Arbeit in der Pferde-Branche gedroht hatten.

Stronach nicht Veranstalter

Stronach und Magna sind im Racino jedoch nicht mehr die Organisatoren, sondern der Austrian-Race-Horse-Owners-Club, dessen Präsident der 75-jährige Milliardär ist. Der Aroc tritt als Veranstalter auf und soll mit Ripel für Rennen und Dotationen sorgen. Pro Veranstaltungstag soll es ein „hochkarätiges Rennen“ geben, die Finanzierung sollen Investoren wie Jet Alliance und andere Partner übernehmen. Gemunkelt wird, dass der Aroc im Racino keine Miete zu bezahlen habe. Es sei Stronachs „Geschenk“ an Österreichs Pferdesport.

Geplant ist ab dem Frühjahr 2008 ein vierzehntägiger Renn-Rhythmus, es wird 16 Renntage und keine Überschneidungen mit der Krieau und Baden geben. Ob der „Neustart“ gelingt?

Ein Häuptling und neun Indianer – so einfach ist mittlerweile das einst glorreiche 108. Graf Kalman Hunyady-Memorial der Traber in der Wiener Krieau zu bezeichnen. Der Pferdesport-Klassiker hat an Charme und Klasse verloren, von der Grand Circuit-Serie blieb nur eine Sulky-Spur im Sand. Dennoch warten Sonntag (Start 17.05 Uhr) 30.000 €-Dotation.

Opal Vidal beim Krieau-Hunyady

Der Häuptling ist der siebenjährige schwedische Hengst Opal Viking. Die Schar der Indianer wird vom zweifachen Sieger Oak General (04/05), der dieses Mal von Matthias Schambeck gelenkt wird, angeführt. Auch Byron Lord, Pablo As, Daniel Diamant und King Cobra sind keine Unbekannten. Die heimische Elite vertreten Arnie's Mind und Ryan's Patrik.

Opal Vidal erzielte heuer bei zehn Starts sechs Siege und vier Plätze – er bescherte seinem Besitzer 256.000 Euro an Preisgeldern. Im Sulky sitzt übrigens der Finne Jorma Kontio – er gewann das Hunyady bereits 1998 mit Tornando und 2000 mit Mr. Claude.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.09.2007)

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