Konjunkturrisiken für heimische Wirtschaft steigen

Noch haben die Auswirkungen der US-Immobilienkrise Österreichs Wirtschaft verschont. Sie hängt aber als Damokles-Schwert über den Konjunkturaussichten. Zudem stellen der hohe Ölpreis und der starke Euro weitere Risiken dar. Die Nationalbank (OeNB) berechnet für das 3. Quartal 2007 ein reales BIP-Wachstum von 0,8 Prozent, im 4. Quartal schwächt sich dieses leicht auf 0,7 Prozent ab.

Dies geht aus dem aktuellen September-Konjunkturindikator der OeNB hervor. Demzufolge hat sich die im Juni 2007 von den OeNB-Experten aufgestellte Prognose "einer nur geringfügigen Wachstumsabschwächung in der zweiten Jahreshälfte" bewahrheitet. Aber die Konjunkturrisiken hätten "klar zugenommen", heißt es. Als Folge der internationalen Turbulenzen sei eine "graduelle Verlangsamung des Wachstums hin zum Potenzialwachstum" Anfang 2008 wahrscheinlich, lautet die vorsichtige Schätzung der OeNB.

Das Institut für Höhere Studien (IHS) hat kürzlich angekündigt, seine Wachstumsprognose für 2008 voraussichtlich von 2,8 auf 2,7 Prozent zurückzunehmen. Auch das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo geht davon aus, dass die Immo-Krise Österreich in Folge treffen wird. In konkrete Zahlen wollte das Wifo die Konjunkturabschwächung noch nicht fassen.

Laut OeNB hat die heimische Wirtschaft zu Jahresanfang stärker zugelegt als bisher angenommen. Damit habe sich die Wachstumsprognose für heuer von 3,2 auf 3,4 Prozent verbessert, so OeNB-Direktor Josef Christl. Die österreichische Wirtschaft wuchs in den ersten beiden Quartalen 2007 mit jeweils plus 0,9 Prozent. Die Exportkonjunktur hat sich im ersten Halbjahr 2007 verlangsamt. Die OeNB geht davon aus, dass sie ihren Höhepunkt bereits überschritten hat. Der heimische Arbeitsmarkt wächst zwar weiter, seit Beginn des Jahres ist aber eine kontinuierliche Abschwächung feststellbar.

(APA)

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