Dem Banker und dem Ex-Finanzminister werden Untreue, Betrug und Täuschung angelastet, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil".
In der Meinl-Affäre hat die Staatsanwaltschaft Wien sowohl gegen den Banker Julius Meinl V. als auch gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und Ex-Verbund-Chef Hans Haider Vorerhebungen eingeleitet. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Bei den Untersuchungen geht es unter anderem um umstrittene Aktienrückkäufe der Meinl European Land (MEL).
Als Begründung für die Erhebungen wird Verdachts der Untreue, des Betruges und der Täuschung - offenbar in Zusammenhang mit dem Börsegang von Meinl International Power (MIP) genannt. Haider und Grasser sind für die MIP tätig.
"Höchste Priorität
Der Akt habe im Grauen Haus zu Wien höchste Priorität, schreibt das Magazin. Er sei dem erst jüngst bestellten Leiter der Wirtschaftsgruppe, Karl Schober, zugewiesen worden. "Wir nehmen die Sache sehr ernst", erklärt eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft zitiert. "Die Causa ist komplex, und wir haben es mit prominenten Namen zu tun. Es ist noch nicht entschieden, welche Schritte als Nächstes gesetzt werden."
Sollte sich die Staatsanwaltschaft aufgrund der Indizienlage zu Voruntersuchungen durchringen, wäre Meinls Ruf und in weiterer Folge seine Karriere als Bankier ernsthaft gefährdet, so das Magazin. Dieser zeigt sich jedoch gelassen. "In Österreich kann jeder jeden anzeigen", lässt Julius Meinl laut "profil" ausrichten, "die Vorwürfe entbehren jeder Grundlage." Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.
Gutachten von Homepage entfernt
Nach Angaben von "profil" hat Meinl European Land (MEL) ein Gutachten zur Mündelsicherheit der eigenen Aktien von der Homepage entfernt. Es stammt vom Generalrat der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Philip Göth, Wiener Wirtschaftsprüfer, Gerichtssachverständiger und laut "profil" auch Vertrauter von Bankier Julius Meinl. Der Zweck sei die Bescheinigung der so genannten Mündelsicherheit von MEL-Papieren gewesen.
Göth in seinem Resümee: "Das vorliegende Gutachten bescheinigt, dass dem Sachverständigen die Aktien der Meinl European Land zur teilweisen Veranlagung von Mündelgeld als geeignet erscheinen", zitiert "profil" aus dem Gutachten vom November 2006.
Seither haben die MEL-Papiere 38 Prozent an Wert verloren. Das auf der unternehmenseigenen Homepage zunächst prominent platzierte Göth-Gutachten sei vor wenigen Tagen entfernt worden - ohne jeden weiteren Kommentar, heißt es im Bericht. (APA/Red.)