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UN-Klimagipfel: „Action, Action, Action“

(c) EPA
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Mit Schwarzenegger und Gusenbauer drängten gleich zwei Österreicher die Vereinten Nationen zum Schutz der Umwelt.

New York. Typischer hätte Arnold Schwarzenegger seinen Aufruf gegen die globale Erwärmung nicht machen können: „Was wir jetzt brauchen, ist Action, Action, Action“, meinte der kalifornische Gouverneur österreichischer Abstammung am Montag beim UN-Klimagipfel in New York. Der Aufruf, in typisch österreichischem Akzent als „Äktschn“ ausgesprochen, richtete sich an mehr als 80 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt, die bei dem eintägigen Treffen in New York unter dem Titel „Die Zukunft in unserer Hand“ die nächste Klimakonferenz in Bali Ende dieses Jahres vorbereiteten.

In Bali wird es um eine Nachfolgeregelung für das Kyoto-Protokoll gehen. Darin müssten Indien, China, aber auch die USA eingebunden werden, forderte Bundeskanzler Alfred Gusenbauer. „Wir müssen die Konferenz nützen, um entsprechenden Druck aufzubauen, damit in Bali ein essenzielles Ergebnis erreicht werden kann.“ In seiner Rede vor den Delegierten seiner Arbeitsgruppe meinte Gusenbauer in Richtung Indien und China, man müsse sicherstellen, dass wirtschaftliches Wachstum klimafreundlich stattfinde. Wachstum und Klimaschutz seien kein Widerspruch, das zeige sich in Österreich, wo Umwelttechnologien ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor seien.


Verwirrung um Gusenbauers Rolle

Einige Verwirrung gab es um die Rolle des österreichischen Kanzlers beim Klimagipfel: Es wurde so dargestellt, als ob er den Gipfel in New York leitet. Tatsächlich war Gusenbauer Co-Vorsitzender in einem von vier Arbeitskreisen.

Gusenbauer traf am Rande des Gipfels auch mit Gouverneur Schwarzenegger zusammen. Dabei vereinbarte man eine engere Zusammenarbeit zwischen Österreich und Kalifornien beim Klimaschutz. Schwarzenegger sprach vor der UNO als Vertreter eines Bundesstaats, der Vorbildwirkung beim Umweltschutz hat. Man müsse die Diskussionen über Kyoto hinter sich lassen und in die Zukunft blicken, meinte der Gouverneur. Gegenseitige Vorwürfe führten zu keinem Ergebnis. Die neuen Richtlinien gegen die globale Erwärmung müssten von reichen und armen Ländern geteilt werden.


Präsident Bush fehlte

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon mahnte, dass künftige Generationen die heutige Gesellschaft vor allem danach bewerten werden, wie sie mit den Herausforderungen des Klimawandels umgegangen sei. US-Präsident George Bush nahm am Gipfel nicht teil, sondern ließ sich von Außenministerin Condoleezza Rice vertreten. Ende der Woche hält der US-Präsident ein eigenes Klimatreffen mit den 16 größten Produzenten von Treibhausgasen in Washington ab.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.09.2007)