MEL zieht Geld von der Meinl Bank ab

(c) APA (HERBERT PFARRHOFER)
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Meinl European Land hat eine neue Bank. Eine unabhängige, europäische Bank in der "Weltliga" soll es sein. Welche genau, wurde nicht verraten. Die Meinl Bank ist es nicht mehr.

650 Mio. Euro hat die Meinl European Land (MEL) "bei einer internationalen Bank mit einem Rating von AA" als Termingeld veranlagt, berichtete die MEL am Mittwoch
Eine österreichische Bank ist es nicht.

Ob die nun umgeschichtete Summe bisher ganz bei der Meinl Bank lag, ließ MEL-Sprecher Rupert-Heinrich Staller unbeantwortet: Dieses Geld sei "bei diversen Banken gelegen, auch bei der Meinl Bank".

S&P-Rating: "Junk"

Nachdem Anfang September bereits die Ratingagentur Fitch das Langfrist-Rating der Meinl European Land auf "BB+" gesenkt hat, hat nun auch die Agentur Standard & Poor's (S&P) die Bonität der MEL nach einer dreiwöchigen Beobachtung herabgestuft. S&P nahm das Rating der MEL für langfristige Anleihen von zuvor BBB- auf BB+ zurück. Das Kurzfristrating wurde von A-3 auf B gesenkt. Der Ausblick ist negativ.

Vertrauenskrise bei MEL

Grund für die Bonitätsrückstufung waren die unerwarteten milliardenschweren "Aktien"-Rückkäufe durch MEL, die das Unternehmens- Entwicklungsprogramm der Immo-Gesellschaft beeinträchtigen würden. Von einer "Vertrauenskrise" ist bei S&P die Rede, die, wie die Finanzagentur Thomson Financial unter Berufung auf den S&P-Analysten Andreas Kindahl schreibt, wahrscheinlich die Chancen der MEL schmälert, sich frisches Kapital zu beschaffen. Außerdem habe die Vertrauenskrise Mängel in der Board-Aufsicht und eine unzureichende Unabhängigkeit innerhalb der Firmen-Struktur offen gelegt.

Wie berichtet wurde Merrill Lynch beauftragt, die gesamte MEL-Firmenstruktur und Strategie des Unternehmens zu "prüfen". Beschlussreife Ergebnisse soll es nach bisherigen MEL-Aussagen bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung im Mai 2008 geben. (Ag.)

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