Wie eine Uni Ahmadinejad zerlegte

Ein Heldenstück mit den unbesiegbaren Waffen der Demokratie vollbrachte der Uni-Rektor der Columbia-Universität in Amerika, als er Ahmadinejad bei einer Podiumsdiskussion "begrüßte".

Umstritten war diese Einladung eines Rektors für einen Holocaustleugner, selbst bei den tausenden Demonstranten war eine Spaltung zwischen „Lasst den Irren reden"- und „Der soll gefälligst den Mund halten!"-Fraktionen zu verspüren. Doch der Uni-Direktor hatte einen himmlischen Plan: Ahmadinejad als das zu entlarven, was er ist: Ein armseliges, überfordertes, hasstriefendes, intellektuell-unterbelichtetes Männlein, das aber auch genau deshalb so gefährlich ist. Uni-Rektor Bollinger begann seine Begrüßungsrede mit einem Paukenschlag: „Mr. President, Sie legen alle Merkmale eines engstirnigen, grausamen Diktators zu Tage."

Ahmadinejad muss das Herz in die Hose gerutscht sein. Doch das war noch nicht alles. (...) Er reagierte überfordert, verwirrt und hilflos. Eine Mischung aus religiösen Floskeln, nationalistische Parolen „Das ist eine Beleidigung für die iranische Nation!", und sonstiges geistiges Wirrwarr. (...) Auf die Frage, warum denn die Homosexuellen im Iran so schlecht behandelt werden würden, meinte er: „In Iran haben wir keine Homosexuellen wie in Ihrem Land." (...) Hohngelächter und Buhrufe. Ein toller Sieg von Moral, Gerechtigkeit, und Demokratie.

Philip Steiner
Österreich

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.09.2007)