Der MEL-Führung steht eine Klage von einer österreichischen Versicherung ins Haus. Auch VKI und AK prüfen im Auftrag von Sozialminister Buchinger Sammelklagen gegen die MEL.
Empörte Anleger drohten Julius Meinl schon mit Klage. Österreichische Versicherungen preschen jetzt vor und klagen Meinl European Land (MEL) auf Schadenersatz. Das berichtet der "Kurier" in seiner Freitagausgabe. In Hinblick auf die geplante Hereinnahme eines strategischen Partners bei der MEL, ist diese Ankündigung Gift für das Unternehmen.
Buchinger: Sammelklagen erleichtern
Zu ihrem Recht kommen sollen aber auch die rund 150.000 Kleinanleger, fordert der Verein für Konsumentenschutz (VKI). Gemeinsam mit Sozialminister Erwin Buchinger prüft der VKI und die Arbeiterkammer (AK) derzeit, gemeinsame Sammelklagen gegen die Meinl Bank und MEL.
Damit sich der Aufwand auch für Kleinanleger lohnt, solle das Einbringen von Sammelklagen in Österreich erleichtert werden, fordert Buchinger. Um die Ansprüche einer Vielzahl von Geschädigten einbringen zu können, seien Gesetzesänderungen dringend notwendig: "Es hat keinen Sinn, wenn bei solchen Massenschäden jede Organisation parallel vor sich hinarbeitet".
360 Mio. Euro Schaden
Grund für die Klage der Versicherung ist der umstrittene Aktienrückkauf der MEL, berichtet der "Kurier". Zu einer Zeit, als die Aktie gerade einmal 16 Euro wert gewesen sei, habe die Meinl Bank für MEL 90 Millionen Aktien um mehr als 20 Euro je Stück zurückgekauft, argumentiere etwa die Beamtenversicherung.
Der offiziellen Darstellung des Unternehmens, dass der Rückkauf nur vom Eigenkapital abgezogen wurde, und kein Schaden entstanden sei, wollen die Kläger keinen Glauben mehr schenken. An die 360 Millionen Euro Schaden errechnen die Versicherer für die MEL.
Meinl Bank muss zittern
Sicher geklagt werden die Organe der Meinl European Land. Ob sich auch die Meinl Bank auf der Anklagebank wiederfindet, ist noch nicht klar, sagte ein Versicherungsmanager zum "Kurier". Sollte die Bank die Aktienrückkäufe ohne Zustimmung der MEL-Gremien durchgeführt haben, könnte es für die Bank eng werden. (Red.)