Versponnene Großtat.
Ihr Wien-Konzert im Juli war eines der intensivsten Live-Erlebnisse des Jahres: Drei Männer, die wie in Trance auf diverse Percussions einschlugen, Knöpfe drehten, manisch sangen, schrien – und einen tief in ihren hochrhythmischen Sound eintauchen ließen. Nun legt das New Yorker Animal Collective ein Album nach, das neben ihrem bekannt ekstatischen Wahnwitz mit stärkerer Songorientierung denn je besticht. All die seltsamen Geräusche, die sie seit ihrer Gründung 2000 ihren Synthesizern, Gitarren und all den denk- wie undenkbaren Schlaginstrumenten abringen, verdichten sich auf „Strawberry Jam“ wie selbstverständlich zu wunderbar versponnener Popmusik. Über unzähligen Soundschichten und pulsierenden Rhythmen tanzen Melodien aus dem Brian Wilson-Fundus in Richtung Glückseligkeit, wird hymnisch geheult. Wunderbar! Ein farbenfrohes, berauschendes Meisterwerk.