Burma: Junta-Chef will Oppositionsführerin treffen

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Zuvor müsse die Friedens-Nobelpreisträgerin Suu Kyi von ihrer Haltung der "Konfrontation, Verwüstung und Sanktionen" abrücken. Ex-Häftlinge berichten unterdessen von Folter und Misshandlungen.

Generalissimus Than Shwe, der Chef der burmesischen Militärjunta, hat sich unter bestimmten Bedingungen zu einem Treffen mit Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi bereit erklärt. Als Bedingung für das Gespräch verlangte er, dass Suu Kyi von ihrer Haltung der "Konfrontation, Verwüstung und Sanktionen" abrücke. Ebenso forderte Than Shwe ein Ende der internationalen Sanktionen gegen sein Land. Die Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi steht seit Jahren in Rangun unter Hausarrest.

Das überraschende Gesprächsangebot ist von Exil-Burmesen mit Skepsis aufgenommen worden. "Viele Leute argwöhnen, dass die Vorbedingungen als Ausrede dienen werden, um die Gespräche platzen zu lassen", sagte Khin Maung Win vom Oppositionssender "Demokratische Stimme Burmas".

Weltsicherheitsrat berät

Der UNO-Sondergesandte für Burma, Ibrahim Gambari, ist inzwischen nach New York zurückgekehrt. Er hat UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon über die Lage in dem südostasiatischen Land unterrichtet. Der UNO-Gesandte wird am Freitag bei einer offenen Sitzung den Weltsicherheitsrat über seine Gespräche in Burma informieren.

Wieder Festnahmen am Donnerstag

Unterdessen nahm die burmesische Militärjunta auch am Donnerstag weiter Oppositionelle fest und verhört hunderte in ihren Gefängnissen. Bewohner eines Viertels der Millionenstadt Rangun sagten aus, dass die in der Nacht zu Donnerstag Festgenommenen versucht haben, eine Razzia in einem Kloster zu verhindern und fliehenden Mönchen zu helfen.

In den staatlichen Abendnachrichten von Donnerstag hieß es, bei der Niederschlagung der Demokratiebewegung seien in der vergangenen Woche 2093 Menschen festgenommen worden. 692 Menschen seien nach einem Verhör wieder freigelassen worden. Auch eine UN-Mitarbeiterin wurde gemeinsam mit zwei Angehörigen und ihrem Fahrer wieder auf freien Fuß gesetzt. Sie war in der Nacht zum Mittwoch ergriffen worden.

Harte Strafen

Den Festgenommenen drohen bis zu 20 Jahren Haft, wenn sie als Anführer der Bewegung verurteilt werden. Passanten, die den Demonstranten applaudiert haben, müssen mit einer Haftstrafe von zwei bis vier Jahren rechnen.

70 junge Mönche wurden am Donnerstag freigelassen. Die Sicherheitskräfte hatten sie vergangene Woche wegen der Proteste gegen die Militärregierung in Haft genommen. Am Mittwoch sollen zudem 80 weitere Mönche und 149 Frauen freigekommen sein.

"Schreckliche" Haftbedingungen

Viele Freigelassene berichteten von Misshandlungen in den Gefängnissen. Einige Häftlinge seien geschlagen worden, weil sie sich weigerten, Fragen der Vernehmer zu beantworten, sagte ein Mönch. "Die Ernährungs- und Lebensbedingungen sind schrecklich." Ein Verwandter dreier freigelassener Frauen erklärte, die Gefangenen würden in vier Kategorien eingeteilt: Passanten, Schaulustige, diejenigen, die den Demonstranten applaudierten, und Teilnehmer der Proteste.

Den Vereinten Nationen zufolge sind wahrscheinlich tausende Burmaner nach den friedlichen Demonstrationen abgeführt worden. Offiziellen Angaben zufolge kamen zehn Menschen bei der Niederschlagung der Proteste ums Leben, westliche Regierungen vermuten eine weit höhere Opferzahl. Angeführt wurden sie von Mönchen, die in dem buddhistischen Land enormes Ansehen genießen. (Ag./Red.)