Junge RI-Aktien kosten 104 Euro

Börse. Kapitalerhöhungen brachten nicht nur Gewinne.

wien (ju/red). Jetzt steht es fest: Die jungen Aktien der Raiffeisen International (RI), die ab Freitag dieser Woche an der Wiener Börse notieren, kosten 104 Euro. Raiffeisen holt sich so 1,24 Mrd. Euro von der Börse – und führt damit die fünftgrößte Kapitalerhöhung in der Geschichte der Wiener Börse durch.

Größere Brocken haben von der Börse bisher nur die Erste Bank (2,9 Mrd. Euro), Immoeast (2,8 Mrd. Euro im Jahr 2007 und 2,75 Mrd. Euro im Jahr davor) und Meinl European Land (1,47 Mrd. Euro in diesem Jahr) geholt.

Für Aktionäre, die bei den großen Kapitalerhöhungen zugeschlagen haben, ist die Bilanz freilich durchwachsen: Bei den Top Ten haben sie (siehe Grafik) sechs Mal daneben gegriffen und Verluste eingefahren. Nur vier Mal hat es sich ausgezahlt. Da aber teilweise kräftig: Wer der OMV 2004 beim Erwerb der rumänischen Petrom geholfen hat, indem er Aktien aus der Kapitalerhöhung zeichnete, wurde dafür bisher mit einem Kursgewinn von 127,85 Prozent belohnt. Auch Wienerberger-Zeichner stiegen mit 75 Prozent Zuwachs gut aus.

MEL führt souverän die Flop-Liste an

Die Verlierer sind fast ausschließlich im Bereich der Immobiliengesellschaften zu finden, die sich in den vergangenen Jahren in einen wahren Kapitalerhöhungsrausch hineingesteigert hatten. Und die in den vergangenen Monaten durch die Auswirkungen der US-Hypothekenkrise, aber auch durch eigenes ungeschicktes Verhalten richtiggehend niedergeprügelt wurden.

Da überrascht es nicht, dass das Stockerl der (aus Anlegersicht) drei größten Kapitalerhöhungs-Flops souverän von der Meinl European Land beherrscht wird: Die drei MEL-Kapitalerhöhungen der vergangenen Jahre belegen unangefochten die Plätze eins bis drei der Flop-Liste.

Es gab aber erstaunlicherweise auch Immobilien-Kapitalerhöhungen, die bisher noch leicht im Plus liegen (etwa die Immofinanz). Und einen Nicht-Immobilienwert, der es bisher nicht schaffte, über die Wasserlinie zu kommen: Die Aktien aus der letzten Kapitalerhöhung des Versicherungskonzerns Wiener Städtische notierten zuletzt hauchdünn unter dem seinerzeitigen Ausgabewert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.10.2007)

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