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350 Jahre Schola Hornana: Von der Lese- und Schreibschule zum Gymnasium 2007

Festschrift: Vom Wandel der Fächer und prominenten Schülern.

WIEN (ewi). Schola Hornana oder Piaristengymnasium Horn: Im ersten Semester waren es 20 Schüler, im zweiten bereits 112. Das war anno 1657, als es die Leseschule (1. Klasse), Schreibschule (2. Klasse), Rechenschule (3. Klasse) und die 1. Latein-Klasse (4. Klasse) gab, sowie im Jahr darauf die Klassen der Principisten, Grammatiker, Syntaxisten, Poeten und Rhetoriker. Die ersten drei Klassen können mit der heutigen Volksschule, die Klassen 4 bis 9 mit dem eigentlichen Gymnasium verglichen werden. Der Unterricht war unentgeltlich, für Kost und Quartier mussten die Zöglinge selbst aufkommen.

Oberstudienrat Rudolf Malli spürt in dem Band „350 Jahre Gymnasium Horn“ den Anfängen des Gymnasiums nach, wobei sich die Schulgeschichte in Horn bis ins 14. Jahrhundert, bis zur ersten Lateinschule, zurück verfolgen lässt.

Latein aus der Gründerzeit des Gymnasiums, aber auch die Lateinstunden vor 40 oder 30 Jahren sind mit dem heutigen Unterricht kaum mehr zu vergleichen. Das verpflichtende Lesen einiger weniger Autoren gibt es nicht mehr, schreibt Lateinprofessorin Andrea Schrammel, Lektür- und Themenschwerpunkte – etwa „Politik und Rhetorik“ oder „Alltagsleben“ – prägen den zeitgemäßen Unterricht. Dass heute die Matura ohne Latein zu erreichen ist, dass dieses Fach also freiwillig gewählt wird, habe der Stimmung und Leistungsbereitschaft der „Lateiner“ gut getan, befindet Andrea Schrammel. Einen Wandel hat es auch im Philosophieunterricht gegeben, weiters in der Anleitung der Schüler zu Projektarbeiten, in der Ausrichtung zu neuen Aufgabenfeldern.


Kirchschläger und Hundertwasser

Der vorliegende Band, immerhin 767 Seiten stark (Verlag Berger, Horn), ist nicht nur eine äußerst umfangreiche Festschrift, sondern auch ein Kompendium über die Schule von gestern und heute mit einem zuversichtlichen Blick für morgen. Erich Rabl, der die Gesamtredaktion geleitet hat, weist auch auf prominente Namen hin: Wilhelm Miklas (1928-1938 Bundespräsident) war von 1905 bis 1922 Direktor der Schule, Rudolf Kirchschläger (1974-86 Bundespräsident) hat von 1930 bis 1935 die Aufbauschule und Friedensreich Hundertwasser 1945/46 die sechste Klasse besucht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.10.2007)