Österreicher geben mehr für Lotto als für Bildung aus

(c) Die Presse (Michaela Bruckberger)
  • Drucken

Ein österreichischer Haushalt gibt pro Monat im Schnitt 2.740 Euro für privaten Konsum aus - um 330 Euro mehr als noch im Jahr 2000.

Ein österreichischer Haushalt hat zuletzt im Vorjahr um 330 Euro im Monat mehr für den privaten Konsum ausgegeben als noch im Jahr 2000. Damit sind die Verbrauchsausgaben binnen sechs Jahren um 14 Prozent gestiegen; real, also inflationsbereinigt, bleibt unter dem Strich ein Plus von 4 Prozent. In Summe hat ein Haushalt im Vorjahr 32.868 Euro oder 2.740 Euro im Monat - ohne Kredite, Spareinlagen oder Pensionsversicherungen - für den privaten Konsum aufgewendet. 2000 waren es 28.889 Euro oder 2.410 Euro pro Monat. Das geht aus einer Studie von RegioPlan hervor.

Ausgaben für TV höher als für Zahnarzt

Überdurchschnittlich gestiegen sind die Belastungen beim Wohnen: Die Ausgaben für Miete, Betriebskosten und Instandhaltung des Wohnraums haben sich von 2000 bis 2006 um knapp 19 Prozent verteuert, die Kosten für Strom, Gas und Fernwärme um 16 Prozent.  

Casino, Lotto & Co schlugen sich mit beachtlichen 620 Euro deutlicher zu Buche als Erziehung und Bildung (600 Euro) oder auch Telefon- und Onlinegebühren (604 Euro). Für TV-Gebühren (237 Euro) zahlten die Österreicher übrigens mehr als für Zahnarztkosten (196 Euro).

Österreich: Land der Fleischesser ...

Für Lebensmittel und Getränke wird zwar anteilsmäßig das meiste Geld ausgegeben, doch seit 2000 haben die Ausgaben in diesem Bereich mit einem Plus von 11 Prozent nicht so stark angezogen wie für Wohnung und Energie.

Eine genaue Aufschlüsselung der privaten Ausgaben der Österreicher zeigt, dass diese 2006 für Fleisch- und Wurstwaren etwa gleich viel ausgaben wie für Damenbekleidung, nämlich 834 Euro im Jahr. Für Obst und Gemüse waren es etwa halb so viel, aber immerhin noch 491 Euro. Fisch spielt am Speiseplan der Österreicher dagegen kaum eine Rolle, lediglich 25 Euro wurden dafür ausgegeben, geht aus der RegioPlan-Studie hervor.

... und der Biertrinker

Tiefer in die Tasche griffen die Österreicher wieder für alkoholische Getränke: 375 Euro wurden 2006 ausgegeben. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala ist aber immer noch Bier, für das knapp 150 Euro ausgegeben wurde, der Wein lag im Weinland Österreich mit 110 Euro deutlich dahinter.

Für Erotik (40 Euro pro Jahr) hatten die Österreicher auch offenbar mehr übrig als für die Autobahnvignette (35 Euro pro Jahr) oder Toilettenpapier (31 Euro pro Jahr). Doch lesen (130 Euro pro Jahr) dürften die Österreicher lieber als fotografieren (90 Euro pro Jahr), auch für Theater und Oper (61 Euro pro Jahr) konnten sie sich mehr begeistern als für Sportveranstaltungen (22 Euro pro Jahr).

Rauchen ist "out" 

Spitzenreiter bei der Zunahme der Konsumausgaben ist der Gesundheitsbereich. Zum einem geben die Österreicher mehr für Wellness- und Bioprodukte aus, zum anderen sind auch die Kosten gestiegen: Der Bereich Gesundheitspflege, also die Ausgaben für Arzt- und Spitalskosten, Medikamente sowie private Krankenversicherungen verzeichnet mit 24 Prozent die höchsten Zuwachsraten im Vergleich der Jahre 2006 zu 2000. Für Körperpflege sind die Ausgaben um 14 Prozent gestiegen.

Rauchen scheint gänzlich "out" zu sein, hier sind die Ausgaben seit 2000 um knapp 7 Prozent gesunken.

Fixkosten verschlingen 58 Prozent des Geldes 

Die regelmäßigen Ausgaben des täglichen Lebens wie Essen, Trinken, Wohnen, Heizung und Licht verschlingen rund 41 Prozent des Hauhaltsbudgets. Öffentlicher und privater Verkehr sowie Internet und Telefon schlagen sich zusätzlich mit 17 Prozent zu Buche - zusammen machen die Fixkosten also rund 58 Prozent der verfügbaren Geldmittel aus.

Die durchschnittliche Haushaltsgröße lag nach jüngster Berechnung der Statistik Austria (2004/05) bei 2,3 Personen. (Ag.) Verbrauchsausgaben sind alle Anschaffungen oder Dienstleistungen eines privaten Haushalts innerhalb eines Jahres, unabhängig davon, ob sie im Einzelhandel, direkt vom Erzeuger oder im Ausland erworben wurden.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.