Konsumententest: Bei Stornierung: Airlines halten Taxen zurück

Die Bearbeitungsgebühr beim Storno kann höher sein als die Flughafentaxen.

Wien (pic). Wer einen Flug storniert oder verstreichen lässt, fällt nicht um den gesamten Betrag um. Denn die Flughafengebühren (Flugtaxen) stehen dem Passagier zu, und müssten ihm eigentlich refundiert werden. Was in der Praxis mit Abstrichen verbunden sein kann, wie der ÖAMTC bei einem Test herausgefunden hat. Dazu wurden per Kreditkarte Billigflüge nach Paris gebucht und wieder storniert. Ergebnis: Die „Bearbeitungsgebühr“ für die Rückerstattung der Taxen kann höher sein, als der Betrag, um den es geht.

So verlangte SkyEurope zwar nur 21,95 Euro für den Flug (inkl. Taxen) in die Stadt der Liebe. Unliebsam entpuppte sich jedoch die Gebühr von 30 Euro, wenn man die Taxen zurück haben wollte. „Wir haben dann darauf verzichtet“, schreiben die Tester.


Millionen-Körberlgeld

Damit sind sie nicht allein. Der Test bestätigt einen Bericht der „Presse“ (19.7.) wonach Airlines ein Millionen-Körberlgeld verdienen, indem sie die Taxen einbehalten, und die Passagiere auch nicht darüber informieren.

SkyEurope-Chef Christian Mandl hält das „Körberlgeld“ für gerechtfertigt. Zumal die Fluglinie mit einem zu Hause gebliebenen Passagier nicht weniger Aufwand hätte: Lande- und Startgebühr für das Flugzeug bleibe ja dieselbe. Und die Tickets seien oft so billig, dass sie nicht einmal die Kosten decken würden.

Laut ÖAMTC-Test schneiden Lufthansa und Air France bei der Rückerstattung der Taxen „vorbildlich“ ab: Selbst wenn bei der Stornierung die Taxen gar nicht erwähnt wurden, haben beide Airlines die vollen Beträge freiwillig zurück überwiesen – ohne Abzug eines Bearbeitungsentgelts. Auch bei FlyNiki/AirBerlin werden keine Gebühren abgezogen, wenn Taxen rückerstattet werden, heißt es auf Anfrage. Freilich: Der Flugpreis, der meist um vieles höher ist, wird einbehalten.

Anders bei den Austrian Airlines. Hier bekommt man von den anfallenden Flugtaxen in Höhe von 84,52 Euro nur 49,52 zurück. 35 Euro kassiert die Fluglinie – für den Storno-Aufwand.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.10.2007)