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Mein Horoskop

Ich liebe sie alle. Frau Wicho, Frau Rogers, Frau Rumpler.

Sie erstellen für mich seit Jahr und Tag einen persönlichen Verhaltenskodex, und ich versichere, dass ich mich strikt daran halte. Mag auch mein astrologischer Freund Peter Fraiss das Ganze zornig als Mumpitz und Scharlatanerie verdammen – ich muss es ihm ja nicht ungefragt gestehen.

Heute freilich sehe ich mich – liebe Damen – außerstande, Ihren Horoskopen ohne Abstriche Folge zu leisten. „Heute finden Sie kaum Zeit, Ihre berufliche Situation zu überdenken“, raunt die eine Weissagerin. Dem widerspricht die andere: „Nicht gleich handeln, denken Sie doch erst einmal gründlich nach!“ Was rät die Dritte? „Setzen Sie sich beruflich in Szene!“Was also jetzt? Dabei steht Venus im Trigon, was auch immer das zu bedeuten hat. Auch Merkur meine es gut mit mir, weiß die eine Pythia. Die beiden anderen schweigen zu diesem Thema.

Am rätselhaftesten klingt jedoch dieses Rezept: „Wer Schlafstörungen hat“ (stimmt), „sollte sich mehr Zeit für die Nachtruhe nehmen. Schlaf beseitigt viele Probleme.“ Auch wenn man nicht schlafen kann? hws


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("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.10.2007)