■tv-kritik ORF-Kinderprogramm: Kinder an der Fernbedienung

Nächster Schwerpunkt im ORF-Programm: Kinder. Eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Kinder in den relevanten Quotenzahlen gar nicht mitgerechnet werden. Der Konsument beginnt mit zwölf (und zählt nur bis 49). Verquere Logik der Werbeindustrie. Andererseits ist der Kinder-Schwerpunkt eine gezielte Investition: Nicht nur, dass die Sechs-, Acht- und Zehnjährigen sich in absehbarer Zeit zu „echten“ Konsumenten auswachsen – ihnen gilt es beizubringen, dass nicht nur Kika und Super-RTL für sie Programm machen, sondern auch der ORF. Und das macht er nicht nur mit einem gelegentlichen „Kiddy Contest“ oder einer „Kinder-Millionenshow“, sondern ganz kontinuierlich mit einem durchdachten Kinderprogramm, vor allem am Wochenende: „Miniversum“ erklärt Natur und Tierwelt, „Der schiefe Turm“ versorgt Bücherwürmer mit Lesestoff, und Thomas Brezinas „Forscherexpress“ regt zum Experimentieren an und wurde sogar an den deutsch-französischen Kulturkanal Arte verkauft, was als Qualitätssiegel gilt. Die „Confetti-News“ schließlich bringen nicht nur kinderrelevante Nachrichten, sondern bieten auch Erklärungshilfen für Ereignisse, die Kinder zwar aus „ZiB“ oder Radio kennen, aber (noch) nicht einordnen können. So sollte sich die Investition in die Zukunft auszahlen. Nicht nur für den ORF.


isabella.leitenmueller-wallnoefer@diepresse.com("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.10.2007)

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