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Hitler-Wein kein "Verbrechen gegen die Menschlichkeit"

(c) AP
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Die Bozener Staatsanwaltschaft hat Weinetiketten mit dem Hitler-Konterfei beschlagnahmt. Nun entschied ein Gericht: Die Weinkellerei Lunardelli darf den Wein doch verkaufen.

Die Weinkellerei Lunardelli aus dem italienischen Udine darf ab sofort wieder Wein mit Etiketten, auf denen Adolf Hitler, Benito Mussolini und Heinrich Himmler abgebildet sind, verkaufen. Im September 2007 hatte die Bozener Staatsanwaltschaft die Beschlagnahme von 20.000 Etiketten angeordnet. Der Vorwurf lautete: "Verherrlichung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Ein Bozener Gericht ordnete nun die Aufhebung der Beschlagnahme an. Der Wein wird in den nächsten Tagen wieder in Supermarkt-Regalen in ganz Italien erhältlich sein, berichtete die Südtiroler Tageszeitung "Dolomiten".

"Man kann mir nichts vorwerfen, ich verwende nur Bilder, die in jedem Geschichtsbuch zu sehen sind. Das italienische Gesetz erlaubt den Vertrieb von Bildern aus dem Faschismus und der Nazizeit", sagte der 36-jährige Juniorchef Andrea Lunardelli im September.

Auch Marx im Sortiment

Der Weinbauer weist den Vorwurf der Verharmlosung von Faschismus und Nationalsozialismus zurück. Man sei "vollkommen unparteiisch" und biete auch Weinflaschen mit linken Persönlichkeiten wie Marx, Stalin oder Lenin an. Ärger vor Gericht hatte er bislang nur mit den Persönlichkeiten aus dem rechten Eck. Schon 1995, als man die erste Flasche mit Mussolinis Konterfei auf den Markt brachte, bekam das Weingut Schwierigkeiten mit dem Gesetz. Die Weine wurden wegen "Verharmlosung des Faschismus" beschlagnahmt. Lunardelli konnte die Richter damals überzeugen, dass er den Wein ohne politisches Motiv herstelle.

Lundarellis "historische Kollektion" hat sich zum fragwürdigen Kultobjekt für Sammler entwickelt: 50 verschiedene Etiketten bietet der geschäftstüchtige Weinbauer mittlerweile an. Das Unternehmen macht bereits die Hälfte seines Umsatzes mit dieser Produktsparte.

(APA/Red.)

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