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Nachdem der Kassier des Vereins der Freunde der Wiener Polizei, Adolf Krchov, seine Zeugenaussage gemacht hat, tritt der Präsident des Vereins, der frühere Chef der Österreichischen Nationalbank, Adolf Wala, in den Zeugenstand. Auch er widerspricht dem Angeklagten. Dieser habe „meines Wissens“ nie Tätigkeiten für den Verein entfaltet. Horngacher habe allenfalls Einladungen zu Abendessen erhalten. Wala betont auch, dass der Verein nie Reisegutscheine vergeben habe.
Weiters werden der Investor Martin Schlaff und der mittlerweile pensionierte Generaldirektor der Casinos Austria, Leo Wallner, einvernommen. Es geht dabei um eine Reise im Herbst 1999, bei der Horngacher die beiden anlässlich der Eröffnung eines Kasinos in Jericho (ein Projekt der Casinos Austria AG, der Bawag und einer Firmengruppe um Schlaff) begleitet hatte.
Wallner gibt an, die Reisekosten für Horngacher habe das Kasino in Jericho übernommen. Horngacher, aber auch Krchov habe man mitgenommen, „weil Sicherheitsfragen auf dem Spiel“ gestanden seien. Horngacher habe auf diesem Gebiet als „ausgezeichneter Experte“ gegolten.
Martin Schlaff erzählt, „jemand aus der Bawag, wahrscheinlich Elsner“ habe 2001, als er mit einem Bawag-Kredit die bulgarische Handy-Firma „Mobiltel“ übernehmen wollte, ein Leumundszeugnis für den Verkäufer Michael Chernoy verlangt. Er habe daher Chernoys Anwalt an die Bawag vermittelt. Zu einer Einbindung Horngachers könne er nichts sagen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.10.2007)