Neun auf einen Streich: In Trogir geht es olympisch zu

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Olympia-Teilnehmer. Gleich neun Business-Cup-Starter waren schon bei Olympischen Spielen am Start. Drei von ihnen sind als Goldmedaillen-Gewinner echte Olympioniken.

Nicht nur dass der „Presse Business Cup“ mit knapp 80 Booten ein beachtliches Starterfeld aufweist – noch nie in seiner 14-jährigen Geschichte waren so viele Topsegler an Bord. Und noch nie waren so viele Athleten aus dem erfolgreichen österreichischen Segelkader mit dabei.
Obwohl für sie der Countdown für die kommenden Olympischen Sommerspiele, die am 8. August 2008 in Peking eröffnet werden, längst begonnen hat, sind die Doppel-Olympiasieger Roman Hagara und Hans-Peter Steinacher in Trogir dabei. Die Goldmedaillen-Gewinner von Sydney 2000 und Athen 2004 sind nach ihrem Erfolg beim pre-olympischen Bewerb Ende August von ihrem Trainingsstützpunkt im chinesischen Olympia-Revier Qingdao für einige Wochen nach Europa zurückgekehrt. Hier haben sie Urlaub bei und mit ihren Familien eingelegt, ehe es für die beiden bei den Weltmeisterschaften Ende Februar/Anfang März 2008 im neuseeländischen Auckland darum geht, das Startticket für die Olympischen Spiele in Peking zu ergattern.
Zuvor begeben sich Roman Hagara und Hans-Peter Steinacher für den „Presse Business Cup“ allerdings auf weniger gewohntes Terrain. Sie tauschen einerseits Pinne gegen Steuerrad, andererseits ihren zweirumpfigen Tornado gegen stattliche Yachten, und sie gehen zu allem Überdruss auch noch getrennte Wege: Der Wiener Roman Hagara, der Steuermann im so perfekt eingespiel-ten Gespann, geht für das Boot Allianz 3, einer Dufour 44 P, ins Rennen. Der Salzburger Hans-Peter Steinacher, der üblicherweise die Rolle des Vorschoters übernimmt, unterstützt die Crew von Allianz 1 als Mastermind und rittert mit ihr um einen Topplatz in der Wertung der Salona-37-Einheitsklasse. Steinacher allerdings hat Hagara gegenüber in Trogir einen kleinen Startvorteil: Der aus Zell am See stammende Segelprofi war schon im Vorjahr beim Business Cup als Einflüsterer auf der Yacht von BMW Sailing dabei und kennt das Regattarevier bereits.

Nickomania live

Wie Hagara und Steinacher stammt auch der dritte Kader-Segler aus einem erfolgreichen Duo: Niko Delle-Karth. Er bildet mit Nico Resch die beiden „Nickos“, die in der olympischen 49er-Klasse für eine wahre „Nickomania“ sorgen. Der 23-Jährige, der seit 17 Jahren begeistert segelt, gewann heuer gemeinsam mit Resch die Silbermedaille bei der WM vor Cascais. „Eine Medaille bei der WM ist teilweise höher zu stellen als eine bei Olympia, denn hier ist viel mehr Konkurrenz“, hatte 49er-Nationaltrainer Peter Krimbacher über den Erfolg gemeint. „Bei Sommerspielen spürt man die Nervosität wohl noch viel mehr, denn die Chance, bei Olympia dabei zu sein, hast du nur alle vier Jahre“, hatte er allderings relativierend hinzugefügt. Eine ähnliche Platzierung wie bei der WM strebt Delle-Karth im Boot seines Sponsors Hobas Rohre, in der Klasse ohne Spinnaker an.

Goldsegler im „Presse“-Boot

Das Quartett an aktuellen Kaderseglern macht Christoph Sieber komplett: Zudem zählt er zum erlesenen Kreis der Olympiasieger. Bei den Spielen 2000 in Sydney gewann er als erster Österreicher Gold im Surfen, ehe er überraschend seine Sportkarriere vorübergehend beendete. Umso größer war die Freude, als er während der Sommerspiele in Athen 2004 sein Comeback ankündigte. Nicht allerdings in der Klasse der Surfer, sondern gemeinsam mit Clemens Kruse in der 49er-Klasse. Von seiner Erfahrung darf die Crew eines der Boote der Gastgeberin profitieren. Sieber segelt mit dem „Presse“-Boot, einer stolzen Grand Soleil 46.3.

Weltenbummler

Andreas Hanakamp kennt Olympische Spiele, er kennt den Business Cup, und er wird demnächst der erste Österreicher sein, der beim renommierten Volvo Ocean Race in See sticht. Ehe er mit seinem russischen Boot auf diese, alle Weltmeere umspannende Wettfahrt geht, macht er ein weiteres Mal beim Presse Business Cup halt: Auch er geht mit einem der fünf Boote der Allianz ins Rennen: Seine Crew fährt mit einer Dufour 44 P unter dem Namen „Allianz 4“.
Über Olympia-Erfahrung verfügt auch Christian Binder, der zur Stammcrew auf René Mangolds Grand Soleil 42 R zählt. Der als erfolgreicher Segelmacher tätige Himberger kam 1998 und 1992 zu Olympia-Ehren.
Je einmal Olympia-Luft schnupperten Denise Cesky, die wieder mit Ulrich Schröder am Cup teilnimmt. Sie startete in Sydney im Jahr 2000 in der Europe-Klasse. Acht Jahre zuvor war Stephan Schurich in Barcelona mit dem Flying Dutchman dabei gewesen.
Olympia-Rekordler

Und mit an Bord des Presse Business Cups ist einmal mehr Hubert Raudaschl. Kein anderer Sportler war so oft bei Olympischen Sommerspielen am Start wie der 65-Jährige. Zwischen 1960 und 1996 startete er nicht weniger als zehn Mal bei Olympia. Seine größten Erfolge waren der Gewinn von Silber bei den Olympischen Spielen 1964 im Finn und 1980 im Starboot sowie die Weltmeistertitel 1964 (Finn) und 1978 (Minitonner). Seriensiege beim Business Cup sind für ihn natürlich eine Frage der Ehre.

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