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Die Zukunft liegt in Afrika

„Solarkraftwerke werden die erfolgreichste Form der erneuerbaren Energie sein.“

Bitte nicht wir, bitte nicht zu viel! So lässt sich das Hauptproblem der internationalen Klimadebatte zusammenfassen. Das ist ihr größter Denkfehler: Klimaschutz, d. h. Umstieg auf Energieeffizienz und solare statt fossile Energieträger sei teuer, und eine ökonomische Belastung. Das Gegenteil ist der Fall. Beispiel Güssing, ein kleiner, einst armer Ort im Burgenland. Mutige Menschen entschieden vor Jahren, gegen erbitterten Widerstand, die gesamte Energieerzeugung des Ortes auf erneuerbare Energieträger umzurüsten. Heute kann man das Ergebnis besichtigen.

Auch das, was ökonomisch aus Güssing geworden ist: Neue Firmen haben sich angesiedelt, hunderte neue Arbeitsplätze sind entstanden. Gemeinde-Einnahmen stiegen; schließlich musste ein neues Hotel errichtet werden: Täglich kommen aus der ganzen Welt Dutzende Interessierte, die sich anschauen möchten, wie es der kleine Ort geschafft hat die Energiewende vollständig umzusetzen. Ähnlich Deutschland: Ein Einspeisegesetz für Strom aus erneuerbaren Energien leitete einen ökonomischen Boom ein.

Da weltweit die Nachfrage nach Solar-, Wind- und Biomassestrom jährlich um 30 Prozent wächst, ist in Deutschland eine solare Industrie gewachsen, die bereits 200.000 Menschen beschäftigt, Gewinne macht und Steuereinnahmen bringt. Darum ist es letztlich egal, ob es ein Kyoto-Nachfolgeprotokoll gibt. Hier streiten jene Ewiggestrigen, die Klimaschutz noch als Problem statt als riesige Chance betrachten.

Abschließend eine Prognose: Große thermische Solarkraftwerke werden in den nächsten Jahren die erfolgreichste Form der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern sein. Sie und nicht die Atomenergie, werden in den nächsten zehn Jahren boomen. Bei diesen Kraftwerken bündeln Spiegel die Sonne, erhitzen eine Flüssigkeit auf 400 Grad, womit, wie bei fossilen Dampfkraftwerken, Strom erzeugt wird. Das ist seit Jahrzehnten erprobt.

Derzeit werden in Spanien größere Kraftwerke errichtet, bald werden sie nach Nordafrika „springen“. Auch China, mit seinen riesige Wüstengebieten, hat bereits Kraftwerke bestellt. Wie überhaupt die südliche Hemisphäre, und hier v. a. Afrika begünstigt ist. Eine gewisse Form von solarer Gerechtigkeit.

Zum Blog von Christoph Chorherr:

http://chorherr.twoday.net/


("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.10.2007)